Mythologus, oder gesammelte Abhandlungen über die Sagen des Alterthums / Von Philipp Buttmann... Nebst einem anhang über das geschichtliche und die anspielungen im Horaz.
- Philipp Karl Buttmann
- Date:
- 1828-1829
Licence: Public Domain Mark
Credit: Mythologus, oder gesammelte Abhandlungen über die Sagen des Alterthums / Von Philipp Buttmann... Nebst einem anhang über das geschichtliche und die anspielungen im Horaz. Source: Wellcome Collection.
721/752 (page 353)
![/ Elektron. 353 i dem unwissenschaftlichem Menschen zufälligen Eigenschaf- ten, wie die Gebrechlichkeit, die Leichtigkeit, die Durch- sichtigkeit. Eine solche Ansicht kann von jeher bestan- den haben; und so ist es wohl denkbar, dafs man jenes hellergelbe Gold schon früh als dem Bernstein noch näher verwandt oder wesentlicher einerlei angesehn, und daher mit demselben Namen benannt habe. Merkwürdig ist, wie die Ausdrücke eines übrigens sehr sachkundigen Mannes, des Pausanias, noch ganz von der Art sind, dafs man sieht, Bernstein und das metallische Elektron waren ihm nur verschiedne Formen und Arten desselben Stof- fes. Im 5. Buche, Kap. 12., nachdem er eine Bildseule des Augustus von Elektron genannt, fügt er hinzu: To de IjXtxTQOV xoiiro, ov reo Avyovgoo nenoit]vvaL xrjv tixovu, ooov fi£V avrofj.arov iv xou 'Hqidavov xciiq xj.iuujjioig evQioxe- rai, onavi^exai xd (xcthga aal avÜQ conto ripiov noXlcov igiv ro de akXo ijXtxtgov dva^e^iy^evog igiv ccq'/vqoo %Qvooq. Nehmlich bei Gelegenheit jenes Standbildes, das wol ohne Zweifel von dem Metall Elektron gemacht war, gibt er eine kurze Notiz vom Elektron überhaupt, und drückt sich so aus: „Von diesem Elektron, wovon das Bild des Augustus gemacht ist, gibt es zwei Arten, die eine (und nun bezeichnet er den Bernstein) ist sehr selten und kost- bar, die andre ist eine Mischung von Gold und Silber.” Möglich also , dafs diese Vermengung der Gegenstände schon bei jenen ältesten Dichtern statt gefunden, und dafs Hesiod also bei seinem Schild an diese metallische Form des Bernsteins gedacht habe: aber wirkliche Spuren sind nicht davon da. Auf jeden Fall aber bleibt das fest, dafs die Idee des Bernsteins bei allen jenen epischen Stellen in der Seele des Dichters war. Dies Resultat nun, dafs unter rfktxxQov ursprünglich und in der altepischen Zeit einzig der Bernstein verstan- den ward, getraue ich mir auch durch die Etymologie des Wortes zu bestätigen. Dafs man etymologischen Trost bei den Alten selbst, sobald sie nicht eine historische Thatsache mehr wissen als wir, nicht holen dürfe, ist an- erkannt, und die Ursach klar, ohne ihnen zur Unehre zu gereichen. Zur Sprachforschung auch in II. der Mutterspra- Z](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29295579_0721.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)