Volume 1
Lehrbuch der Anatomie des Menschen / von August Rauber.
- August Rauber
- Date:
- 1892-1894
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der Anatomie des Menschen / von August Rauber. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Cvtoclen: deren Vörkommen ist sehr selten. Eine den Zfllleib nmliiülende Membran kann fehlen nnd geliört nicht zum Wesen der Zelle, obwohl sie dem ganzen G-ebilde den Xamen gab. Solche mit Hiüle yersehene Zellen rechtfertigen noch einigermassen die Bezeichnung (s. Fig. 2 und S). Man muss sich schon jetzt mit Hermann Lotze fi'agen. ob alles bekannte Leben an die Form der Zelle gebunden sei oder auch unter anderen Formen auftreten könne. Die Form ist dem Gesagten zufolge eine so flüssige, dass es sich mehr um den Stoff handeln wird, um jene Frage zu lösen. Alles be- kannte Leben ist an das Protoplasma und an die Kemstoffe gebunden. In- dessen hat man doch auch in Bezug auf die Form den Versuch gemacht, die Zelle als ein aus einer Summe von Körnchen zusammengesetztes Wesen, als einen Kömchenstaat zu betrachten, während andrerseits fi'eie belebte Körnchen und aus Kömchen bestehende Fäden in der Form von ]\Iikr'oorganismen vor- kommen i). Man bemerkt, dass letztere sich auch als kleine Zellen betrachten lassen. Die Grundfonn der Zelle ist die Kugel: doch giebt es auch elUpsoide. pyramidale, säulen-. Scheiben- und sternförmige Zellen der verschiedensten Art. Die durchschnittliche Grösse der Zellen ist oben bereits mit 20 u ange- geben. Sie sinkt bei Blutzellen und lymphoiden Zellen zu 4—»3 // lierunter. noch weiter bei gewissen ^Lkroorganismen. und en-eicht bei anderen Zellen riesige Ausdehnungen, wie bei den Eiern der Fische. Amphibien und Vögel, aber auch bei den Nervenzellen, die mit ihren Achsencylinderfortsätzen sich vom Eückenmark bis zu den Fingern und Zehen erstrecken. Das Protoplasma ist kein einfacher chemischer Körper, sondern stellt eine gleichartige, zähflüssige, alkalisch reagierende Substanz dar. die in Wasser iiuillt und beim Erhitzen gerinnt. Es besteht nach Untersuchungen der Botaniker aus verschiedenen organischen Substanzen, unter welchen Eiweisskörper eine Hauptrolle spielen, aus einem besonderen Proteinkörper • Plastin i. sowie aus Wasser und Salzen. Daneben kommen im Protoplasma Einlagerungen ver- schiedener Art vor: ]^Iiki-osomen. Eine wichtige Frage ist die. ob das Protoplasma in Foim einer Lösung und innigen Mischung der einzelnen Bestandteile in der Zelle vorhanden sei. oder ob es selbst aus geformten, wenn auch weichen Elementen bestehe. Schon Hermann Lotze-) hat auf die Bedeutung dieses E'mstandes hingewiesen und man muss ihm darin beipflichten, es sei wahrscheinlicher, dass das Protoplasma nicht eine Lösung sei, sondern eine bestimmte Struktur besitze. Li der Folge haben sich Engelmann, Bechamp. Altmann. Pflüger mit Entschieden- heit ebenfalls für einen bestimmten Bau des Protoplasma aus Körnchen und Fäden ausgesprochen: wir* stehen nicht an. ihnen beizupflichten und dafür zu halten, dass diese Struktur zugleich einen ursprünglich radiären Charakter habe^). Der gröbere Bau des Protoplasma ist nicht selten netz- oder gerüstförmig: in den Lücken liegt eine flüssigere Substanz, mit oder ohne Einschlüsse. Je ^) E. Alt mann. Die Elementarorganismen etc. Leipzig. 1S90. -) H. Lotze. Allgemeine Physiologie des körperlichen Lebens. Leipzig, 1851. Neue Gruncllegimgen zui- Kenntnis der Zelle. Morpholog. Jahi'buch. Bd. TTTT 1SS2.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20414742_001_0050.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)