Volume 1
Lehrbuch der Anatomie des Menschen / von August Rauber.
- August Rauber
- Date:
- 1892-1894
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der Anatomie des Menschen / von August Rauber. Source: Wellcome Collection.
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![sich verzweigende \md nicht selten mit einem Kölbehen endigende feinste (länge wahrnehmen kann, von welchen es allerdings zweifelhaft bleibt, ob sie vorgebildete oder künstliche intra- cellulare Gallenbahnen darsteilen (v. Kupffer). Dem gewöhnlichen Verhalten von Drüsenzellen zu dem von ihnen begrenzten Lumen entspricht die Anordnung der Leberzellen, wie sie z. I>. in der Leber der Amphibien und Reptilien gefunden wird; vergl. Fig. 619. Die Gallenkapillaren oder intralobulären Gallengäiige nun gehen an der Peripherie der Läppchen an sehr zahlreichen Stellen in die interlobulären Gallengänge über, welche eine eigene Wand besitzen, während die Wand der Gallenkapillaren aus den Drüsenzellen selbst besteht. Jene eigene Wand setzt sich zusammen aus einer feinen strukturlosen Membrana hyaloidea und aus nie- drigen Epithclzellen, so dass dieses Stück des ausführenden Gangwerkes an die Schaltstücke der Speichelgänge erinnert. Durch fortwährende Verbindung feiner interlobulärer Gallengänge entstehen allmählich Gallengänge von ansehnlicherem Kaliber, deren Wand aus hochcylindrischen, mit outicularem Saum versehenen Fig. 618. Fig. 610. Fig. 618. Schema der Gallen- und B1 utkapi 11 aren im Gebiete von zwei Loborzellen [l und 2); a Hiilfte von Gallenkapillaren; Blutkapillareu im Querschnitt. An der Berührungslinie der beiden Leberzellen eino Gallenkapillare im Quersciinitt, welche feino auscinanderweichende Kanalchen in eino der Zellen entlässt. Fig. 619. Tubuli der Leber der Ringelnatter im Längs- und Querschnitt. a Gallenkapillare; b Blutkapillare. Epithelzellen, aus einer Membrana hyaloidea, fibrillärem Bindegewebe und elasti- schen Netzen zusammengesetzt ist. Hier kommen bereits Bccherzellen vor. Die grösseren Gallengänge, der Ductus hepaticus, cy.^^ticus, choledochus besitzen ausser- dem zahlreiche grössere Drüsen, Gallengangdrüsen, Glandulae hepaticae, meist einfache kurze aber auch zusammengesetzte Schläuche, die mit Schleimzellen aus- gekleidet sind. Das Bindegewebe dieser grossen Gallengänge ist reichlicher ent- wickelt; es hat sich in eine Tunica propria und eine starke äussere Faserschicht, Adventitia getrennt; das Epithel der grossen Gänge bleibt ein einschichtiges Cylinderepithel. Die Tunica propria enthält longitudinale und circulare glatte ]Muskelfasern. Die Wandung der Gallenblase zeigt im ganzen den Bau der grossen Gallengänge. Ihrem Wesen nach ist die Leber dem Angegebenen zufolge als eine zu- sammengesetzte Drüse tubulärer Art zu betrachten. Die feinen Tubuli aber sind dadurch ausgezeichnet, dass sie miteinander anastomosieren und so ein zu- sammenhängendes Netzwerk von Röhren darstellen. Die Galle enthält keine mikroskopischen Bestandteile; doch kommen ge- legentlich Fetttropfen, abgestossene Cylinderzellen der Gallengänge, Körnchen von Gallenfarbstoff und Cholesterinkrystalle vor.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20414742_001_0609.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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