Skythika, oder etymologische und kritische Bemerkungen über alte Bergreligion und späteren Fetischismus, mit besonderer Berücksichtigung der slavischen Völker- und Götter-Namen ... / Mit einem Vorwort des Herrn Prof. Carl Ritter.
- Liebusch, Georg, 1788-1867.
- Date:
- 1833
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Credit: Skythika, oder etymologische und kritische Bemerkungen über alte Bergreligion und späteren Fetischismus, mit besonderer Berücksichtigung der slavischen Völker- und Götter-Namen ... / Mit einem Vorwort des Herrn Prof. Carl Ritter. Source: Wellcome Collection.
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![£81 eines Mondgotts, öderes wurde doch auf der Maracha 120 (Todtenfeld) ein Bild der Todesgöttin (vergl. die Sphinx an den Pyramiden) aufgestellt, welches andeutete, dafs die Todten unter der Herrschaft der Todesgöttin so lan¬ ge stehen, bis sie der Sonnengott früher oder später zum neuen Leben ruft. Von dem Glauben an den Ueber- gang der Seelen der dahingeschiedenen Menschen in thie- rische Körper findet sich in dem slavischen Glauben durchaus keine Spur. So wie das Wasser überhaupt unter der Herrschaft der Mondgöttin und Todesgöttin (Neptun ist ein Mond¬ gott so wie auch Seidon, dessen Namen man noch das po [buh] zum UeberfLusse praefigirt hat) stand, so dachte man sich auch sie in demselben waltend. Auf dieser Vorstellung ruht noch jetzt der Glaube an den Nix. Dieses Wort ist dasselbe, welches im Griechischen vvg (ni-ix oder is) und dm Sanscrit nis heifst. Nix ist weiblichen Geschlechts und fälschlich haben sie die Deut¬ schen zum Manne wie die Alpe (hal-ape) zum Alp (hal-ap) gemacht. Die Wenden nennen den Nix wodna Zona, d. li. Wasserfrau. Sie haben der Wasserfrau, von der sie erzählen, dafs sie vor dem Einbruch regnigter Witterung ihre Wäsche auf den Ufern tiefer Teiche und Seen trockne, einen Mann zugesellt, den sie wod- ny Muz, d, h. Wassermann, die Russen aber mor- koj Zaar nennen. Der wendische wodny Muz , den 120 Bei dem Dorfe Dürrwalde, eine Meile nördlich von Senf- tenberg, ist ein bedeutender alter Begräbnifsplatz, aus wei¬ chem man sehr viele Urnen, sogar mit römischen Münzen, ausgegraben hat. Die Ackerbeete hinter diesem Begräbnifs*. platze nennen die dortigen Einwohner noch jetzt Samara- chiske seil* Liechi, oder Wofsrietki. Das Aajectiv mara- chiske deutet an : dafs die Wenden früher den Todtenacker Maracha, d. h. hochgelegenes Feld und in der zweiten Be¬ deutung das Todtenfeld (im Sanskrit heifst mri und im Wendischen mrjecz sterben) nannten.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29304593_0331.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


