Das Mikroskop und seine Anwendung : insbesondere für Pflanzenanatomie; zugleich ein einleitender Unterricht in der Physiologie der Gewächse / [Hermann Schacht].
- Hermann Schacht
- Date:
- 1855
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Credit: Das Mikroskop und seine Anwendung : insbesondere für Pflanzenanatomie; zugleich ein einleitender Unterricht in der Physiologie der Gewächse / [Hermann Schacht]. Source: Wellcome Collection.
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![wird verniiltelst eines Ringes aufs Mikroskoprohr gesleekt; seine Fas- sung inufs für dreierlei Bewegungen des Prismas eingerichtet sein, 1, Blufs man das Prisma dem Ocularglase nähern oder es von selbigem entfernen können, 2, mufs das Prisma in horizontaler Richtung be- weglich sein, so dafs man dasselbe beliebig ganz zur Seite schieben kann, 3. mufs es sich sowohl horizontal als schief stellen lassen. Beim Gebrauch des Zeichnenprismas hat man nun sowohl auf die Entfer- nung desselben, vom Ocular, als auf seine Stellung zum Ocularglase zu achtem Man mufs das ganze Gesichtsfeld hell und weifs erleuchtet vor sich sehen; wenn nur ein kleiner Theil des Gesichtsfeldes pro- jectirt wird, so ist die Entfernung des Prismas vom Ocular zu be- deutend, wenn dagegen die eine Seite des Gesichtsfeldes farbig er- scheint, so ist die Stellung des Prismas zum Ocularglase unrichtig; einige Uebung zeigt hier bald wie diesen Fehlern abzuhelfen ist. Für die Benutzung des Zeichnenprismas bedarf man eines Zeichnenpultes, welches hinter das Mikroskop aufgestellt wird; dasselbe kann zweckmäfsig wie ein Notenpult zum Auf- und Niederklappen eingerichtet werden. ]>lan hat vor allem auf die Lage des Papiers zum auffallenden Bilde zu achten, das letztere mufs genau im rechten Winkel auf das Papier entworfen werden, weil es sonst nothwendig ein verzogenes wird; auch ist für die Vergröfserung auf die Entfernung des Papiers vom Zeichnenprisma zu achten; ich zeichne immer bei gleicher Entfernung, bei 250 Millim. Abstand. Beim Nachziehen der Umrisse des vergröfser- ten Gegenstandes legt man das Auge dicht an die kleine Oelfnung in der Blendling des Prismas und gewöhnt sich vor allen Dingen den Kopf recht ruhig zu halten. Mit einiger Uebung gelangt man sehr bald zu einer grofsen Fertigkeit. Ich benutze obige Camera lucida überall und mit grofsem Vorlheil; der einzige Nachtheil, welchen sie mit sich führt, ist die nochmalige Umkehrung des Bildes, was man bei genauer Ausführung der Zeichnung, wenn man das Prisma zur Seite geschoben hat, wohl beachten mufs; bei etwas verwickelter Zeichnung lasse ich deshalb die Camera über dem Ocular, oder vergleiche zum wenigsten die fertige Zeichnung mit Beihülfe der Camera (Taf. II, Fig. 3). Das besprochene Zeichnenprisma wird von C. Zeifs in Jena, in zweckmäfsiger Fassung und ln einem besonderen Kästchen verwahrt, angefertigt; die Weite des Ringes, welcher das Prisma trägt, richtet sich natürlich nach dem Durchmesser des Mikroskoprohres unterhalb](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28105205_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)