Lehrbuch der plastischen Anatomie für academische Anstalten und zum Selbstunterricht / herausgegeben von Prof. Dr. E. Harless.
- Date:
- 1856-1858
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Credit: Lehrbuch der plastischen Anatomie für academische Anstalten und zum Selbstunterricht / herausgegeben von Prof. Dr. E. Harless. Source: Wellcome Collection.
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![Zweitens muss man sich erinnern, dass die von einem Punkt ausgehenden Strahlen sich nach allen Richtungen hin verbreiten, dass dieser Gang nicht gestört wird durch absolut durchsichtige Mittel, um so mehr aber, je geringer ihre Durchsichtigkeit ist, je mehr sie nur durchscheinend oder üäib si)ul; damit ist zugleich die Schärfe in den ßegrenzungslinicn der einzelnen Theile des durchschimmern- den Grundes bestimmt. AVir lassen Weisslicht auf die Haut des lebenden Kör])ers fal- len. Es trifft zunächst die Oberfläche der Oberhaut. Von die- ser wird ein grosser Theil der Strahlen zurückgeworfen, und würde für sich die Haut farblos erscheinen lassen. Die Oberliaut ist durchscheinend; ein Theil des Lichtes dringt*also in ihre Tiefe ein bis zur Pigmentschicht. Diese ist braun, oder braunröthlieli, oder sclnvarzbraun. Die von ihr zurückj^eworfenen Strahlen sind dem- nach solche, nach welchen wir eben das Pigment benennen. Die farbigen, mischen sich dort reflectirten Strahlen durchdringen die Oberhaut und den ersten, von der äussersten Oberfläche zurückge- worfenen bei, werden dadurch also für das Auge nothwendig hei 1er. Als trübes Glitte! bewirkt die rückwärts wieder vom Licht durchwanderte Oberhaut eine ganz schwache Zumischung von Blau, wodurch der ganze Ton ins Grünliche übers])ielt. Je weniger mäch- tig die Pigmentschicht ist (bei der weissen Race, und unter diesen bei den Blondinen), desto mehr Licht kann in noch grössere Tiefe zu den Blutgefässen der Lederhaut dringen , von deren Farbstofl' es als rothes Licht wieder zurückkehrt, und alle darüber liegenden Schichten durchdringen muss. Dieses rothe laicht wird aber niclit in der Nüance des Blutfarbstoffes nach aussen treten können, vielmehr wird es gemischt sein : erstens mit den farbigen Strahlen des Pigments, zweitens mit den von den trüben Mitteln, Gefässhäuten und Ober- haut, herrührenden blauen, endlich mit den von der äussersten ^Oberfläche zurückgeAvorfenen farblosen Strahlen, welche den ganzen Lokalton gleichsam nur verdünnen. Bei der grossen Manchfaltigkeit der Ursachen, welche die Hautfarbe erzeugen, ist es kein Wunder, dass dieselbe an den ein- zelnen Stellen des Kör])ers und im Ganzen bei den ^Menschen sehr gr. )sse Unterschiede zeigt, Aveil jene Ursachen selbst sehr sind, dick; Netz einen jener ungleich Am einen Ort ist die Oberhaut sehr dünn , am andern sehr hier ziehen grössere Venen darunter Aveg, dort ist ein reiches kleiner Blutgefässe aus”:cbreitet. Das Pif;mcnt ist an der Stelle kaum angedeutet, an anderen bald in dieser, bald in Nuance stark cntAvickclt und mächti*»; an^chäuft. Es Avürde nichts nützen, Avollten Avir Punkt für Punkt die Gesichtshaut durch- mustern, und für jeden derselben die Ursachen der Farbe angeben, ^velche er zeigt. Es könnte dies doch nur an einem einzigen Bei- spiel gesehehen , und für alle anderen bliebe der Künstler immer aul seine emene Beobachtun<;s<;abe an<;eAviesen. Nur noch Einij^es hleibt zu erinnern, um das Verständniss der Hautlarbc überhauiit,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29000208_0107.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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