Lehrbuch der plastischen Anatomie für academische Anstalten und zum Selbstunterricht / herausgegeben von Prof. Dr. E. Harless.
- Date:
- 1856-1858
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Credit: Lehrbuch der plastischen Anatomie für academische Anstalten und zum Selbstunterricht / herausgegeben von Prof. Dr. E. Harless. Source: Wellcome Collection.
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![siclit, mit einer iUmliclien wirklichen Fiirbc wieclerj^egehen werden, sondern an ihren Ort muss ein möglichst indiH'crenter Schattenton «relco:t werden, damit sich in dem Aun-c des Beschauers durch die neben anstehende Farbe auf dieser indiflerenten Schattenpartie die contrastirende mit ihrem zarten Duft selbstthati«; erzeime. Will diesen der Künstler malen, so zerstört er dadurch jinmittelbar den fjanzen Zauber, welchen diese Tinten in der Xatur haben. Das ist die Theorie des Colorits, welche dem IMalcr, wenn auch nicht die F.ähigkeit, doch grössere Sicherheit in der Behand- lung der Hautfarbe geben soll, als in der bei Aveitem grösseren Anzahl von Fällen anzutreffen ist. — Jetzt ist die Haut als die Draperie zu betrachten, welche über §. 39. die einzelnen Theile des Gesichtes (Weichtheile und Knochen) ge- worfen ist. Als solche bildet sie je nach der allgemeinen Beschaf- fenheit oder den vorübergehenden Zuständen ihrer selbst und der darunter gelegenen Partieen einen Faltemvurf, in welchem sich so ut Avie in dem Anzim und der Toilette die Verfassun*^ unseres Gemüthes, innere Stimmunf;, leidenschaftliche Hrrefjunfj, Naturell oder Cliaraktcr zu erkennen giebt. Um aber die Bedeutung und die Entstchuno-pfresetze der Falten . ® ® ^ begreifen zu können, ist es notlnvendig, die Beschaffenheit der Haut und ihre festen Punkte kennen zu lernen. Die Formen der Falten, ihre Tiefe , ihr Sclnvung, ihre Häufigkeit hängen bei einer jeden Draperie von der Richtung des Zuges und der Sclnvere des Stoffes ab. Je dicker derselbe ist, desto massiger Averden die Falten, desto geringer ist ihre Anzahl; je leichter, desto kleiner, häufiger geknickt sind sie, desto grösser ist ihre Anzahl. Je AA’cicher und elastischer endlich ein Stoff ist, desto s])urloser gehen die AN’irkungen eines Zuges oder Druckes vorüber, Avelcher Falten erze\igt hatte: im ent- gegengesetzten Fall bleibt das Zeug auch hinterher geknittert und gerunzelt. An dn« Punkten ist die (iesichtshaut am Festesten mit der Unterlajjc verbunden , und lässt sich dcsshalb an dieser Stelle am ScliAversten verschieben. Die eine Stelle ist der Nasenrücken und die Nasenflügel, die beiden anderen sind die Ohrknorpcl und hin- ter ihnen die Schädelknochen bis herab zum AVarzenfortsatz des Schläfenbeines. Durchmustert man die Dicke und Verschiebbarkeit der Haut von da ab in den einzelnen Rcf;ioncn des Gesichtes, so zcifjrt sic sich in der Stirn}xcn;end dünner und leichter zu falten, als an der nnngen Oberfläche des Schädeldaches. In der f)beren und unteren Augenhöhlengegend Avird sie um so feiner, je näher sic der Augen- lidspalte kommt. Sic vci’schiebt sich über dem oberen Augenhöh- lenrand leichter nach abAvärts, als nach aufwärts, so dass sich die untere Grenze der Brauen nicht über jenen Rand hinaufbcAvcgen lässt, Avährcnd man sic fast einen halben Zoll unter denselben hcr- ubziehen kann. An den Augenlidern ist die Haut äusserst dünn und zart, leicht in Falten auVzuheben und vielfach zu runzeln. Am](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29000208_0109.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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