Lehrbuch der plastischen Anatomie für academische Anstalten und zum Selbstunterricht / herausgegeben von Prof. Dr. E. Harless.
- Date:
- 1856-1858
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Credit: Lehrbuch der plastischen Anatomie für academische Anstalten und zum Selbstunterricht / herausgegeben von Prof. Dr. E. Harless. Source: Wellcome Collection.
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![bleibenden Zügen den Steini»el längst verrauchter Leidenschaften und Laster der Jugendzeit. — ^Vir kennen jetzt den Schädelbau und die übergelagertcn Weichtheile hinlänglich, um uns von den Formen des Gesichtes bl seinen einzelnen Theilcn vom plastiscli anatomischen Standpunkt aus weitere Kechenschaft geben zu können. JNIan wird voraussetzen dürfen, dass, Avie das Knochcnsystem §. im Ganzen von gleichartigen Ernährungsverhältnissen abhängig, sich an allen Funkten, wo nicht anderAveitige Einflüsse ändernd eiiiAvirken, in ähnlicher eise entwickeln muss, so auch die von ähnlichen Bedingungen abhängigen Knorpelmassen in gCAvissen Bc- ziehuimen in ihrer Form übereinstimmen Averden. Derartiiie Knor- pel sind die des Ohres, des Augenlides und der Aase, ^lan Aveiss, Avie viel GcAvicht — mit Avelchem Recht, lassen Avir vorläufig un- entschieden — von den Flivsiojirnomikern auf die Form und Grösse I der Nase gelegt Avorden ist, dass Lavater ein eigenes Kapitel über ' die Ohren in seinem^ Werk geschrieben hat. Mancher lächelt dar- i über, dass Jemand aus der Ohrform Aveissagen Avill, Avelchem Charakter sie angehöre, Avährend er doch selbst mit vollem Ernst aus der Nasenform gtir Aveise Anmerkun<;en zur Charakteristik eines jMenschen macht. ^Vcl' an das Eine glaubt, darf auch das Andere nicht bespötteln, zumal sich ein gCAvisser Zusammenhang zAvischen beiden Avohl denken lässt. Es Avird nämlich so viel Ave- nigstens vorausgesetzt Averden dürfen, dass in einem Gesicht, in Avelchem der eine jener drei Knorpel eine beträchtliche Grösse zeigt, auch die anderen in grösserem iMaassstab cntAvickelt sein Averden. In der That finden sich bei der jMchrzahl der Gesiebter, Avelchc man zu dem ZAveck untersucht, lange Nasen gleichzeitig neben kleinen Augen, und kurze stumpfe Nasen neben grossen Augen. Die Augen nennen Avir aber klein oder gross je nach der eite der Lidspaltc, und diese selbst ist Avesentlieh abhängig von der Grösse des deckenden Augenlidknorpels. Ein Aveit ofl'enes Auge in einem Gesicht mit feiner Nase macht auf dem Bild nicht den Eindruck, als Aväre das Auge absichtlich Aveit geöffnet, Avie dies bei einem Gesicht mit grosser Nase der Fall ist, dessen kleines Auge durchaus nicht den Eindruck der Schläfrigkeit oder O ^Mattigkeit zeigt 80). Das kleine soge- nannte ScliAveinsauge bei Stum])fnase und feistem Gesicht ist von dem Druck der Fctt- massen abhäimi«?, A\elchc sich auch in der Augengegend angeliäuft haben, und die Lidspalte einengen. Ebenso sieht man meist feine und kleine Ohren an Köpfen »dt leineren Nasen. Ob noch Aveiter im Detail geAvisse Eigenthüm- lichkeitcn der beiden Theilc jrleichzeiti'X auftreten oder nicht, kann leh nicht entscheiden, möchte cs aber vermutben, Avcil cs den Ver- Fig. 811.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29000208_0113.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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