Lehrbuch der plastischen Anatomie für academische Anstalten und zum Selbstunterricht / herausgegeben von Prof. Dr. E. Harless.
- Date:
- 1856-1858
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Credit: Lehrbuch der plastischen Anatomie für academische Anstalten und zum Selbstunterricht / herausgegeben von Prof. Dr. E. Harless. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Stellung dos Gebisses. Gl der Zubereitung, und häufig ganz individuell die Vorliebe für die eine oder für die andere Art. Dieser liebt eine «Tcwissc Härte an o dem zubereiteten Fleisch, Jenem schmeckt es nur, ^vcnn es ganz weich auf die Tafel gesetzt wird. Manche Völker verschlingen das Fleisch halb roh, reissen die ndt den Zähnen festgehaltcnen Bissen mit den Händen ab, und auch an dem Tisch civilisirter Völker wird das Zerkleinern der S])eisen von dem Einen mehr den Zäh- nen, von dem Andern dem IVIesser übertragen. So wird das Kau- geschäft im Allgemeinen auf sehr verschiedene AVeise von den Alcnschen betrieben, und die x\rt, tvie die Kiefer vorherrschend gegen einander bewegt werden, die AVahl der Zähne, Back - oder Schncidezähne, mit Avelchen ausschliesslicher gearbeitet wird, variirt ausserordentlich. Es ist daher auch kein AATinder, wenn man bei der Abhängig- §• keit, in welcher der Zahnfächerfortsatz von den Grössenverhältnissen und dem auf die Zähne wirkenden Druck steht, eine so grosse M anchfaltigkeit in der Lagerung des Gebisses findet. A’^on welch hoher Bedeutung diese für die Physiognomie ist, bedarf keiner wei- teren Erwähnunuj. Zeuy-niss von der AAdrkunj; des Muskeldruckes giebt schon an den Zähnen selbst die Krümmung ilrrcr AVurzel, welclie an den Backzähneii mit dem Alter zunimmt, ferner die Lageveränderung, welche die Zähne bei entstandenen Zahnlücken erfahren. Endlich ist unverkennbar, dass in diese Lageverän- derung der Zähne die Zahnfächerfortsätze mit hineingezogen wer- den, wodurch ganz allgemein deren Stellung im entwiekelten Zustand eine andere wird, als sie bei dem Keugeborenen ist. Bei diesem und den jüngeren Individuen überhauj)t stossen die Zähne des Ober- und Unterkiefers mit ihren Alveolarfortsätzen so genau auf einander, dass sich die Spitzen der gegenüberstehenden Kronen berühren; später liegen die Zähne des Oberkiefers vor jenen des Unterkiefers, und zugleich sind sie nach vorne hin von ihrer ur- sprünglichen Richtung abgewichen. Bei den Schneidezähnen ist dies auffallender, als bei deji Backzähnen, und unr so mehr, je vereinzelter sie von dem Druck getroffen werden , je stärker der Zug oder Druck in horizontaler Richtung, und je kürzer die AVur- zel im Verhältniss zur Länge des Zahnes ist. ln einzelnen Fällen kann es, z. B. bei sehr alten Leuten, kommen, dass ein isolirt stehender Schneidezalin bis zur horizontalen Stellung allmälilig vorgedrängt wird, o o AV as so einem einzigen Zahn diese Veränderung seiner ur- sprünglichen Stellung geben kann, das macht sich auch gegenüber I der ganzen Zahnreihe mit ihrem Fächerfortsatz geltend. A om neun- I teil Lebensalter an rücken die Schneide- und Eckzähne mit ihren I Alveolarfortsätzen immer weiter nach vorn (Fü/. ö6'u. 57), und cs j machen dann die Axen der unteren mit denen der oberen einen j spitzen, die Zahnfächcr mit dem Körper des Unterkiefers einen stumpfen AVinkcl. Der Grad, bis zu welchem diese Prominenz des Gebisses vorschrcitet, ist je nach Umständen verschieden, und kei-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29000208_0079.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)