Digitalis purpurea in ihren physiologischen und therapeutischen Wirkungen unter besonderer Berücksichtigung des Digitalin : mit Benutzung der gesammten medicinischen Literatur monographisch dargestellt / von Bernhard Bähr.
- Bähr, Bernhard, 1828-1884.
- Date:
- 1859
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Credit: Digitalis purpurea in ihren physiologischen und therapeutischen Wirkungen unter besonderer Berücksichtigung des Digitalin : mit Benutzung der gesammten medicinischen Literatur monographisch dargestellt / von Bernhard Bähr. Source: Wellcome Collection.
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![II] spezifischen Gewichtes ist 1009 eine auch im normalen Zustand« vor- kommende Ziffer dafür, und kann ich deshalb kein besonderes Gewicht darauf legen, dass ich diese Zahl einmal während der ganzen Versliche fand. Anders verhält es sich mit dem Maximum des Bpecifischen Ge* wichls, welches von den Physiologen auf 1032 festgesetzt ist. Ich seihst halte meinen Harn häufig gewogen und nie über 1032 gefunden. Es ist also jedenfalls von nicht zu übersehender Bedeutung, dass wäh- rend der Versuche viermal das Maximum überschritten wurde, einmal sogar nicht unbedeutend. Bemerkenswerth ist auch noch folgender Umstand: Im normalen Zustande ist mein Harn stets Morgens früh am schwersten, Vormittags am leichtesten, an Gewicht wieder steigend den Nachmittag und Abend. Jedoch erreicht er Abends nie die Höhe des Morgenharns. Unter jenen 4 Maximalzahlen sind aber nur 2 dem Morgenharn entnommen, eine wurde bei dem Abends zuletzt gelassenen Harne, eine hei einer Entleerung 8 Uhr Abends gefunden, und zwar war diese die höchste. Bedenkt man, dass ich Ahends 300 C. C. Thee, Nachmittags eben so viel Kaffee trank, so erscheinen diese Zahlen noch um so auffallender. Vergleicht man hierzu die im Heferat meiner Versuche angeführ- ten Durchschnittszahlen, so wird man den normalen Durchschnitt nicht selten sehr bedeutend überschritten finden, selbst ohne dass die täg- liche Quantität bedeutend abgenommen hätte. Bin ich nun, auf diese Besultate mich stützend, auch nicht im Stande, eine feste Norm für das Verhalten des speeiflschen Gewichts nach Anwendung der Digitalis zu geben, so kann ich doch den Salz aufstellen: „dass zuweilen das specilische Gewicht durch Digitalisgebrauch bedeutend über die physiologische Norm hinaus erhöht wird. c. Sonstiges Verhalten des Harns. Die Heaction scheint wenig Einfluss von der Digitalis zu erfahren. Sie zeigte sich allerdings mehrfach neutral, doch kann ich kein be- sonderes Gewicht darauf legen, da auch in der Norm sich nicht selten, früher mindestens, neutrale Reaclion zeigte. Farbe und Geruch habe ich nicht verändert gefunden. Dass der Harn sich einige Male rasch trübte, ist ebenfalls keine Erscheinung, welche ich anomal nennen könnte, da sie zu gewissen Zeiten sich auch heim Gesunden findet. Auch auf den Drang zum Uriniren hat nach meinen Beobach- tungen das Mittel nur wenig Einfluss. Bald entleerte ich ihn nur I Mal, gewöhnlich 5, niemals 6 Mal. Nur einmal, in der Nacht vom](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21720101_0106.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)