Digitalis purpurea in ihren physiologischen und therapeutischen Wirkungen unter besonderer Berücksichtigung des Digitalin : mit Benutzung der gesammten medicinischen Literatur monographisch dargestellt / von Bernhard Bähr.
- Bähr, Bernhard, 1828-1884.
- Date:
- 1859
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Credit: Digitalis purpurea in ihren physiologischen und therapeutischen Wirkungen unter besonderer Berücksichtigung des Digitalin : mit Benutzung der gesammten medicinischen Literatur monographisch dargestellt / von Bernhard Bähr. Source: Wellcome Collection.
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![gelungen, aus der Anwendung am Krankenbette einen wesentlichen Unterschied zwischen der Wirkung beider aufzufinden. Da mir nur wenig ausführlichere Krankengeschichten zu Geltole stehen, so kann ich zum grossen Tlicil nur die übersichtlich gehaltenen Berichte der französischen Quellen anführen. 1. Hebviedx. Er behandelte 10 Herzkranke mit Digitalin, von denen zwei, die schon sehr alle und bedeutende Fehler hallen, starben; doch zeigte sich auch bei diesen eine sehr erbebliche Linderung ihrer Plagen. Die übrigen acht wurden bedeutend gebessert. Alle klagten über sehr quälende Oppression und Alhcmnolh, die stets und auf die Dauer gehoben wurde. Zwei ballen heftige Kopfcongeslionen, bei denen das Gesicht violett-bläulich wurde; nach wenigen Wochen war diese Erscheinung beseitigt. Ebenso verschwand stets die, Herz- leiden so oft begleitende Cephalalgie. In Folge aller dieser Erleich- terungen wurde der Schlaf, der bisher ganz gefehlt hatte, dauernder und erquickender. Die organischen Veränderungen wurden natürlich nicht gehoben, doch zeigten sich in einigen Fällen die Herzgeräuscbe den normalen ähnlicher. Von jenen 10 Kranken litten 5 an hydropischen Beschwerden. Zwei von diesen (schon oben erwähnt) starben, ohne dass ihr Leiden sich im Geringsten gebessert hatte, während die übrigen drei rasch von der Hydropsie befreit wurden. liei zwei Phthisikern erfolgte nach Digitalin in sofern Besserung, als die Respirationsnoth geringer wurde, die Cephalalgie sieh besserte und besonders die quälende Schlaflosigkeit gehoben wurde. Die Hustcnanfälle wurden zudem weit milder. Die Leiden, gegen welche H. das Digitalin völlig passend hält, sind: Endocarditis, Pericarditis, organische Veränderungen der Klappen, Hypertrophien; hydropisebe Ansammlungen im ühterhautzellgewebe, der Höhle der Pleura, des Pericardium, des Perilonäum; Dyspnoe, Cephal- algie, Schlaflosigkeit der Pblbisiker. HOMOLLE Ulld QüEVENNE. Abgesehen von den schon oben mitgetheilten Beobachtungen, sind von ihnen noch folgende Specialia bemerkenswert!]. Bei einem Anasarka (cxtrememcnl grave), welches in Folge eines Wochenbetts auftrat und mit Pericarditis und Hämaturie complicirl war, brachte Digilalin unmittelbar (d. h. nach 4S St.) eine enorme Diurese zu Stande mit Verminderung des Pulses von 120 auf 54, wonach die hydropisebe Ansammlung rasch verschwand. Von den übrigen Beschwerden verlautet nichts. In zwei Fällen von Pleuritis schien Digilalin die Aufsaugung des Exsudates zu beschleunigen. Bei verschiedenen mit Digilalin behandelten Phthisikern wurde Puls](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21720101_0222.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)