Weitere Beiträge zur Casuistik der Darmausschaltung / von A. Freiherr v. Eiselsberg.
- Eiselsberg, Anton, Freiherr von, 1860-1939.
- Date:
- 1896
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Credit: Weitere Beiträge zur Casuistik der Darmausschaltung / von A. Freiherr v. Eiselsberg. Source: Wellcome Collection.
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![Im ersten Falle erzielte die Darmausschaltung vollen Erfolg. Die heftigen Schmerzen verschwanden total und sofort, ebenso wie die Stenosensymptome. Die Patientin konnte nach Hause entlassen werden und fühlte sich dauernd wohl. Das Carciuom wuchs allerdings weiter, jedoch ohne im Geringsten Stenosenerscheinungen zu bedingen, ja selbst als es sich nach aussen zu fungusartig vorwölbte, erfolgte die Stuhlentleerung normal. Erst zuletzt griff die Neubildung, wie die Section dies auch zeigte, auf die Gegend der Ileocolostomienahtstelle über, ohne jedoch die Passage des Darmes zu behindern. Die Patientin erlag den Carcinommetastasen. Besonderes Interesse verdient der zweite Fall, da die Verhältnisse ihrer Complicirtheit halber erst nachträglich gut erklärt werden konnten. Im Anschlüsse an die Ligatur des Uterusstumpfes durch den zurückgelassenen Nblatonkatheter kam die Kothfistel (1 Jahr post Operationen)) zu Stande. Diese Versorgung des Stumpfes (elastische Ligatur de3 Stumpfes und Versenken derselben [Kleeberg, Obishausen]) ist gewiss nicht empfehlenswerth; vor Allem nicht, wenn statt eines schmalen, soliden Gummibandes ein Nelatonkatheter ge- nommen wird. Das Verbleiben eines so voluminösen Fremdkörpers in der Bauchhöhle ist eben unter Umständen nicht ungefährlich; zum mindesten kann derselbe, wie die Erfahrung lehrt (bei Myotomien) zu langwierigen Eiterungen führen, durch welche er schliesslich per vaginam ausgestossen wird. Mit Rücksicht auf die in meinem Falle beobachtete starke Verwachsung scheint es mir möglich, dass man bei genauerer Nachforschung bei so mancher Patientin, welche in den Statistiken als geheilt bezeichnet ist, nachträgliche Er- scheinungen von chronischem Ileus oder Kolik, vielleicht sogar eine Kothfistel finden würde. Zweckmässiger ist für Myome die alte Methode der extra- peritonealen Stielversorgung, vor Allem jedoch die in neuerer Zeit mit so vorzüglichem Resultate geübte retroperitoneale Versorgung des Stieles (nach Martin, C h r o b a k). Da die in diese Kothfistel eingeführte Sonde in eine im kleinen Becken fest in Verwachsungen eingemauerte Dünn- darmschlinge führte, musste ich annehmen, dass diese die alleinige Ursache der Kothfistel war und schaltete daher die- selbe ringförmig aus. Wohl war bei der Operation bemerkt worden, dass auch die Flexur mit einem kleinen Theile ihrer V and an der Schwiele fixirt war. Ich konnte jedoch mit der Sonde nur in den Dünndarm und nicht aus demselben in die Flexur kommen, so dass vermuthet werden musste, dass dieser Strang solide sei.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22441281_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


