Carolus Linnaeus : ein Lebensbild / von Johannes Fr. X. Gistel.
- Gistel Johannes, 1809-
- Date:
- 1873
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Credit: Carolus Linnaeus : ein Lebensbild / von Johannes Fr. X. Gistel. Source: Wellcome Collection.
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![Rechnung der historischen Vorgänge. Hiezu gesellen sich noch ein panegyrischer Ton oder gar zu kühle Objectivität. — Strenger Gesichtssinn soll die Feder des Biographen lenke]); aber von den grösseren und kleinereu Mitteln, wodurch die Aufgabe gelöset werden soll, hängt solches dennoch ab. Ob durch die Schilderung der Ereignisse auf einer die Grenze einer siebenzig Jahre überschreitenden Lebensbahn das allgemeine ürtheil wesentlich geändert werden wird, steht zur Bernhigung des Verfassers einer Schrift, welche sich mit einer Persönlichkeit beschäftigt, der eine höhere wissenschaftliche, sogar reformatorische Stellung angewiesen war, zu bezweifeln. Wolle mau daher eine Lebensskizze auf knapper Basis um so billiger und gerechter entgegennehmen, als sie an Material und Urtheil weitläufige Bände Textes aufwiegend, eine mit Liebe geschriebene, überall von anregenden Bemerkungen begleitete, kritisch-treue Darstellung ist und ein besonderes Interesse durch die hervorragenden Männer gewinnt, mit denen ein günstiger Stern — unter bestechendem Schimmer und auch düsterm Schatten, die sich abwechselnd hin- und herbewegen, den Heros zusammenbrachte und eine grossartige Wirksamkeit erschuf, der Mit- und Nachwelt zum Muster und zur Nach- eiferung. Gewissenhafte Benutzung der Quellen wehrt die Befangen- heit einseitiger Anschauungen ab, wenn eigenes Urtheil an manchen Stellen sich zu ergehen sucht. — Das ist zu er- wägen. Seit der Erscheinung des Stöver'schen ,,Leben des Ritters Carl von Linne ist bereits über ein Menschenalter dahinge- gangen, und mittlerweile die Aufgabe der Historiographie durch den philosophischen Geist, der sie beherrscht, eine andere, wichtigere, Avürdigere geworden, die den Geschichtschreiber nöthigt, aus der Integrität und Einheit eines allgemein herr- schenden Entwicklungsgesetzes des menschlichen Geistes, zur richtigeren Erkeuntniss der Personen, Zeiten, Thaten und zur Erklärung ihrer Stellungen, ihrer Ansichten, Irrthümer und Verwickelungen zu gelangen. „In tenui labor, at non gloria. — Durch Unberücksich- tigung alles Dessen, was vor uns gedacht und gethan worden, durch Vernachlässigung eines gründlichen Unterrichts über die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21695817_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)