Das Neuroëpithelioma retinae : eine anatomische und klinische Studie / von Hugo Wintersteiner.
- Wintersteiner, Hugo.
- Date:
- 1897
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Credit: Das Neuroëpithelioma retinae : eine anatomische und klinische Studie / von Hugo Wintersteiner. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![3. Ciipitcl Die Zellen der Geschwulst. Die Hauptmasse der Zellen, welche die Netzhaiitgescliwülste zusammensetzen, sind kleine, unregeJmässig geformte Elemente mit ver- hältnismässig grossem Kerne. Derselbe ist eiförmig oder rund und be- sitzt einen Durchmesser von 6—Tu; er ist meistens grob granulirt und zeigt manchmal ein Ideines Kernkörperchen. Das Protoplasma der Zelle ist gewöhnlich ausserordentlich spärlich, so dass es nur als ein selir schmaler Saum den Kern umgibt, und zieht sich nach der Häutung nocii enger um denselben zusammen, so dass es selbst bei genauer Unter- suchung mit starken Systemen sehr schwer sichtbar wird. Darauf lassen sich wahrscheinlich die Angaben zurückführen, nach welciien „freie Kerne sich in der Geschwulst finden sollen (Yirchow, Armaignac, F. 196; Neumann, F. 75; Szokalski und Brodowski, F. 73). Die Grösse der Zellen beträgt 8—9 doch kommen stellenweise, anscheinend an den Orten, wo raschere Wucherung stattfindet, auch Zellen mit mächtiger entwickeltem Protoplasmaleibe vor. dessen Durchmesser bis auf 12 ,a steigen kann. Man trifft solche manchmal intrabulbär [in der Nähe des Sehnerveneintrittes (Rindfleisch, F. 66; mein Fall XIII)], häufiger aber im extraocularen Tumor (Virchow), in cerebralen Meta- stasen (Noyes, F. 203; Arcoleo, F. 113) an. Das sind die Fälle, welche früher für üebergangsformen des Glioms in das Sarcom gehalten und als Gliosarcome bezeichnet wurden. Die Gestalt der Zellen ist eine rundliche, wenn das Protoplasma als dünnes Häutchen den Kern umschliesst; sie wird aber unregelmässig, sobald der Zelleib besser ausgebildet ist, indem die dicht aneinander- gedrängten Zellen sich gegenseitig abplatten. Häufig zeigen sie dann kurze spitze Ausläufer und vorspringende Kanten. Dazwischen kommen aber noch andere schlanke Zellen mit körnigem Protoplasma und einem bis mehreren langen Ausläufern vor, welche (nach Vetsch) zuweilen direct an die Formen erinnern, wie sie lebende Zellen in amöboider Bewegung anzunehmen pflegen. Während die Mehrzahl der älteren Angaben über das Aussehen der Zellen sehr unbestimmt gehalten war — die meisten Autoren sprechen nur von kleinen rundlichen Zellen (Sichel, Rindfleisch u. v. a.) ■— fiel frühzeitig einigen Untersuchern eine Aehnlichkeit derselben mit den Körnern der Netzhaut auf. So beschrieb sie v. Lan gen b eck (F. 37) als Analoga der „Globuli nervei der Retina, ja Robin, welchem in einem sehr frühzeitig zur Untersuchung gekommenen Falle der retinale Ursprung der Geschwulst und die Aehnlichkeit ihrer Zellen mit den Netzhaut- körnern („Myelocytes) sehr evident schien, statuirte daraus eine neue Krankheit, eine Hyperplasie der Myelocyten und Schweigger^j schloss sich in einem ähnlichen Falle dieser Anschauung an, indem er die Geschwulst als Hypertrophie der Netzhaut bezeichnete. ^) „Die histologischen Elemente bestehen lediglich aus zelligen Körpern, die sidi für nichts anderes als die Derivate der Elemente der Körnerschichten ansehen lassen und aus mehr oder weniger veränd(^rtem Zwischengewebe der Retina . .. „Die meisten der isolirten zelligen Elemente sind mit den normalen Bestandtheilen der Kürner- scliicht durchaus identisch.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21641687_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)