Ueber Vorstellungs-Elemente und Aufmerksamkeit : ein Beitrag zur experimentellen Psychologie / von Ernst Fränkl.
- Fränkl, Ernst.
- Date:
- 1905
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Credit: Ueber Vorstellungs-Elemente und Aufmerksamkeit : ein Beitrag zur experimentellen Psychologie / von Ernst Fränkl. Source: Wellcome Collection.
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![dürfte doch das genannte allmähliche «In-Zug-Kommen» der Aufmerksamkeit der überwiegende Faktor sein, der bewirkt, daß der Durchschnittswert der erforder- lichen Wiederholungszahl bei der ersten Zeitlage den höchsten und bei der letzten Zeitlage den geringsten Stand aufweist. Dürfen wir diese Tatsache als psychologisch richtig annehmen, so hatten wir uns nur zu fragen, welcher Vor- stellungstypus diese Art der Anpassung zeigt bezw. welchem Vorstellungstyp jene V. P. angehört, die jene geschilderte Art der langsamen Adaption aufweist. Es ist zu vermuten, daß vorwiegend visuelles Vorstellen und lang- sames Adaptieren der Aufmerksamkeit an die jeweils vorliegende Tätigkeit durchweg miteinander verknüpft sind. Inwieweit und ob diese Vermutung sich bestätigt, ist aus unseren Untersuchungen genau ersichtlich. § 20. Einteilung der Versuche mit Reihen sinnloser Silben. Die Versuche wurden an den 6 normalen Versuchsknaben vorgenommen, und zwar lernten die Knaben Bü, Schwa, Ger und Neb nach 24 Stunden die- selben Reihen wieder, die sie tags vorher neu erlernt hatten, Versuchsknabe Fried Vorreihen und Umstellungsreihen, Heil Haupt- und Vergleichsreihen. Die Art derselben siehe unten. Die Zeit des Silbenlernens war folgende: Bü 8. Februar bis 18. Februar1) 1274—1274 h. 10 Vers.-Tage Schwa 8. ,, ,, 18. ,, 2) 474— 43/4 h. 10 >3 Ger 8. ,, „ 18. „ 3) 174— 2’]4 h. 10 33 Neb 25. Januar i) 5- i) 4) l3/4— 274 h. 10 33 Fried 8. Februar „ 18. „ 5) 6— 672 h. 10 33 Heil 8. » 18- ,, 6) 57*— 53/4 h. 10 33 Die Summe der erlernten Silbenreihen ist , abgesehen von den Vorversuchen = 240, der wiedererlernten = 230, also 470 Reihen mit 3760 Silben in 30 Ver- suchsstunden. Die Silben waren auf linierten Papierstreifen geschrieben, welche 25 cm lang und 4.5 cm breit waren. Der Abstand zwischen zwei Silben betrug 1.5 cm, die Silbe selbst nahm ebenfalls 1.5 cm Länge in Anspruch, der Silben- rand 0.5 cm. Die Silbenreihen waren ohne Incision und wurden ohne Hauptiktus vorgesagt; Ausnahmen wurden protokolliert. Mit Ausnahme von Fried und Heil war es den Versuchsknaben freigestellt, den trochäischen oder jambischen Rhyth- mus beim Erlernen anzuwenden. Die V. P. waren dahin instruiert, so rasch als möglich zu lernen, jedoch erst dann aufzusagen, wenn sie das «Bewußtsein der Fehlerlosigkeit» hatten. Bei der Korrektur der erlernten Silben diente als Maßstab die Zahl der notwendig gewesenen Wiederholungen. Ein Beispiel möge das Silbenlernen näher beleuchten. sam bit | wol räf | peur lex | hup nauz | fäm leir | ton kal | red bus | ziv nöb j küm hal j mor pun | fes bit | lauz täg | hab reit | sol pük | bauz net | geub ful | 0 Am 13. Februar 6—6'/a h. 2 » *3- „ 6i/2-7 h. 2 ” D- >. 7-7V2 h. » 3°- Januar 5V2—6 h. 5) „ 13. Februar 5*/2—6 h. ) » 13- 1. 7V»—8 h.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28100116_0051.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)