Ueber das Gehirn eines Orang-Outan / [v. Bischoff].
- Bischoff, Theodore Ludwig Wilhelm, 1807-1882.
- Date:
- [1876]
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Credit: Ueber das Gehirn eines Orang-Outan / [v. Bischoff]. Source: Wellcome Collection.
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![Ich kann zu obiger Beschreibung des hiesigen Orang- ‘ F Gehirnes noch den Nachtrag bringen, dass mir seitdem ein ' li zweites Orang-Gehirn durch .die Güte des Hrn. Dr. Mayer, ) Vorstand des naturhistorischen Museums zu Dresden, zu k untersuchen Gelegenheit gegeben wurde. Das Gehirn stammt g von einem wohl noch etwas kleineren und jüngeren Indivi- duum als das hiesige, denn es ist kleiner als dieses und ' j wiegt jetzt nur 192 Grm., würde also bei etwa 25 ®/o Ver- { lust im Weingeist gegen 240 Grm. gewogen haben. Es ist ( offenbar reicher an secundären Windungen als das hiesige j Orang-Gehirn, ja dasselbe ist das an Windungen reichste j Anthropoiden-Gehirn, welches ich bis jetzt in Händen ge- habt habe. Dieses geht nicht nur aus dem allgemeinen Anblick hervor, welcher dadurch täuschen könnte, dass das ^ Gehirn kleiner, aber doch bereits ebenso reich an Windungen ^ wäre als andere grössere Gehirne, sondern auch aus einer genaueren Analyse der einzelnen Windungen. So bildet die untere oder dritte Stirnwindung um den vorderen Schenkel der Fossa Sylvii herum auf der rechten j Seite nicht mehr einen ganz einfachen Bogen, wie bei allen - bis jetzt in meinen Händen gewesenen Anthropoiden-Gehirnen, ^ sondern dieselbe ist dadurch schon etwas complicirt, dass j sich der Ausläufer dieses vorderen Schenkels der Fossa Syl- d vii auf der rechten Seite in zwei kurze Aeste spaltet, um H die sich zwei schwach entwickelte Windungen herumziehen. i — Die beiden Centralwindungen erstrecken sich auch an 's diesem Gehirn weit nach hinten auf der ganzen Ober- fläche der Hemisphären und verlaufen stark geschlängelt j und oft eingekerbt. Der Vorzwickel ist stark entwickelt :] und enthält den Bogenabschluss des aufsteigenden hinteren \ Schenkels der Fissura calloso-marginalis. Sehr bemerkens- | werth ist das Verhalten der oberen inneren Scheitelbogen- Windung, indem dieselbe stark entwickelt, mit beiden Sehen- ^ Iveln ganz oberflächlich lateralwärts um das obere Ende der 1](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22473312_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


