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Credit: Analyse des Willens / von Narziss Ach. Source: Wellcome Collection.
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![gelangten mit zwei verschiedenen Geschwindigkeiten des rotieren¬ den Zeigers zur Ausführung (Umlaufszeit bei der ersten Anordnung = 1-57 Sekunden, bei der zweiten = 0-85 Sekunden). Bei den ,,einfachen” Synchronisierungen, wo nur einfach zugeordnete Reaktionen (Loslassen eines bestimmten Fingers) auszuführen waren, zeigten die Versuche mit dem rascheren Tempo eine geringere mittlere Variation (+_ 18*5 er: +_25 <r). Die ,,Synchronisierung” (Loslassen im Zeitpunkt der Koinzidenz) gelingt der Vp. beim rascheren Tempo besser, da hier der subjektive Rhythmus zwischen Reiz und Koinzidenz sich in einer ausgeprägteren Form entwickelt. Auch Synchronisierungen mit ,,zweifacher Disjunktion” (zwei¬ facher Zuordnung) gelangten zur Ausführung. VI. Darstell u n g u n d V e r r e c li n u n g der Z e i t- werte. Das Subtraktionsverfahren. In den meisten Fällen genügt zur Darstellung der erhaltenen Zeitwerte die einfache Mittelwertsberech n u n g. Wir nehmen von den unter gleichen Versuchsumständen gewonnenen Reaktionszeiten den Durchschnittswert (arithmetisches Mittel =- aM.) und berechnen den einfachen mittleren Fehler (Mittlere Variation = mV.), um einen kurzen Ausdruck für die Streuung der Einzel werte zu bekommen. Von vielen Autoren wurde zur Berechnung der Reaktionszeiten auch der Z e n t r a 1 wert benutzt1), d. h. also das Stellungsmittel der ihrer Größe nach ge¬ ordneten Einzelwerte. Zur Unschädlichmachung von aus der Reihe fallenden Reaktionszeiten eignet er sich besser als das arithmetische Mittel. Bei den Reaktionsversuchen ist das arithmetische Mittel in der Regel größer als der Zentralwert, allerdings nur um einen geringen Betrag. ,,Es entspricht dies dem gewöhnlichen psycho¬ logischen Verhalten, daß nämlich die Summe der positiven Ab¬ weichungen vom Zentralwert größer ist als die der negativen Ab¬ weichungen, da im allgemeinen leichter solche Einflüsse wirksam sind, welche eine Verlängerung der Zeitwerte bedingen, als solche, welche die Reaktionszeiten verkürzen. Mit zunehmender Übung verschwinden diese Unterschiede mehr und mehr, und es ist anzu¬ nehmen, daß bei einer durch lange Zeit fortgesetzten, maximalen Übung mit der Abnahme der mittleren Variation und der Mittel¬ zone (siehe weiter unten) sich auch die Differenzen zwischen arithmetischem Mittel und Zentralwert mehr und mehr aus- gleichen” 2). 1) Zum Beispiel von Kraepelin (a. a. 0. S. 22 ff.), Scripture (Zeitsckr. Psyckol. 10. 161 ff.), Ziehen (Ideenassoziation des Kindes. 2. Abh. Berlin 1900. 8. 11 ff.), Aschaffenburg (Kraepelins psychol. Arb. 2. 36ff. [1899]), Ach (W. u. D.). 2) Siebe W. u. D. S. 30.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29813852_0129.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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