Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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![Dorn.Ml unil Stadielii. ]()1 (iaiiz l)eso^(lel•^ verl»reitot und mannigfaltig ist alier der Scliutz der grünen Pflanzenteile durch »techende Doinen und Stacheln. Es ist höchst interessant, zu sehen, in wie verscliiedener und wie zweck- mäßiger Weise diese Waffen angebracht sind. \'or allem tritt hervor, daß sie nur an solchen Teilen sich vor- finden, die ihrer Lage nach angegriffen werden krmnen. So finden sie >ich hauptsächlich stark an jungen Pflanzen und an den unteren Teilen der alten. So hat die Stechpalme nur etwa bis zur Höhe, die die weidenden Tiere noch eri'eichen können, ihre zackigen stachelge- .säumten ]>lätter. oberhalb dieser Zone werden die Blätter glattrandig und dornenlos. ähnlich den Camelliablättern. Fast ebenso ist es mit <len wilden Birnbäumen, die ganz mit Dornen besetzt sind, solange sie noch niedrig sind, später aber eine uni)edornte Krone bekommen. Darin liegt es auch, daß Büsche, wenn >ie überhaupt mit Dornen bewehrt sind, über und über mit ihnen besetzt sind, wie die Rosenbüsche. Wenn die Blätter einer Pflanze bedornt sind, so richten sich die Stacheln dahin, wobei- der Angriff zu erfolgen pflegt, und daraus ist es zu erklären, daß die enormen, auf dem Wasser schwimmenden Blätter <ler \'ictoria regia an ihrer Unterseite mit langen >pitzen Stacheln bewehrt sind, die besondeis an dem nach oben ungekrempelten Rand eine Länge von mehreren Zollen erlangen: es sind eben Wassertiere, Schnecken, von denen ihnen (ief'ahr droht. In der verschiedensten Weise weiden nun die Stacheln hergestellt. Bei vielen Büschen der Mittelmeerküsten fehlt das eigentliche Laub ganz, die Äste und Zweige selbst sind die grünen, assimilierenden Teile, und diese sind steif, starr und stellen so selbst eine Art von Dornen vor, die weidelustige Tiere zurückschrecken. Unter unseren Sträuchern ist der Besenginster ^partium scoiiariunn ein wenn auch schwaches Beispiel dafür. In anderen Fällen sitzen die Stacheln an den Blättern, aber auch dies wieder in verschiedener Weise. Bei manchen trojjischen Pflanzen, wie bei der Yucca und Aloe, ist die Spitze des langen -chilfförmigen Blattes in einen Stachel verwandelt, und dasselbe i.>t der Fall Itei man- chen unserer einhoimischen (Jräser. So erzählt Kernek von Marilaun, daß in den südlichen Alpen zwei solcher (iräser. Festuca aliiestris und Nardus stricta. stellenweise häuHg vorkommen und dann den weidenden Kindern derart die Na>en zerstechen, daß sie blutend vom Weidegang /iirückkominen. Sie hindern also die Ausnutzung solcher Ali»triftrn und werden deshall) von den Menschen nach Möglichkeit au>gerottet. merk- würdigerweise auch vom \'ieh selbst, indem die Rinder das (iras an der Basis des Rasens mit den Zähnen erfassen, es ausreißen und (hinn wieder fallen lassen, so daß es verdorren muß. Kkunkk sah Tausende durch die Rindei- entwurzelte, vertrocknet!! und von iler Sonne ge- bleichte Puisenstücke auf g('wi»rM Al|)cnuci(l(Mi dc^ Tiiiilci Stubaifairs unilicrliegcn. \'iele l'flaiizen v(Mwandeln «U'ii ganzen Blattiaiid in einen Dornen- \\all uml vergrößern ihn auch noch durch Finbuchtuiigeii und lappige \ or.^prünge, so die Stechpalme und in viel höherem (irade die Disteln. < arduus. Frvngium. Acanthus und viele Solaiieen. Oft komnien dazu noch Widerhäkchen am Blattraiid. die wie eme Säge wirken, oder iler lllattrand ist zwar ohne Dornen, aber durch eingelagerte Kieselsäure »cliarf. wie bei den Piiedgrä>ern. die im Maul Arv Wiederkäuer pa»iv wandern und dalx'i die Schleiniliaiit \erlei/.en. Audi (He \\iM/.ii:en. aber](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0117.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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