Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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![Ein andeies Beisi)iel Ideteii die Moori)Haiizen dei' (iattung Ne- enthes. deren Arten am liande troi)ischer \\'äldei' als Schlin^i^ewächse leben, an den Bäumen hinaufklettern und von dort ihie lan<jen dünnen Ranken gegen den Boden wieder iierahhängen lassen, oft über Tümpel und Wasserlachen, an Plätzen also, wo eine Unmasse kleiner fliegender Insekten sich undiertummelt. Diese Pflanzen nun haben höchst merk- würdige f]inrichtungen liervorgei>racht. um Insekten zu fangen und als Nahrung zu verwerten (Fig. 24i. Die langen Stiele (.SV) ihrer Blätter {Spr) sind zuerst al»wärts gebogen. wen(len sich aber dann plötzlich scharf nach aufwärts und die auf- wärts gerichtete Strecke ist zu einer kannenartigen Bildung [Fk] umge- wandelt, in deren (Jrund sich eine Flüssigkeit ansammelt, die sauei- schmeckt und Pei)sin enthält, dem- nach eine verdauende Flüssigkeit ist. Stickstoffhaltige Substanzen, wie Fleisch, lösen sich in ihr auf. und Insekten, welche vom Rande der Kanne in sie hinabstürzen, wer- den von ihr getötet und aufgelöst. Es gibt viele Arten von Xepenthes. von welchen nicht alle diesen Fang- apparat schon in gleicher \ollkom- menheit besitzen, so daß man liiei- einigermaßen den Weg verfolgen kann, den die Entwicklung ge- nommen hat. von einem breiten, an den Rändern etwas unigel)Ogenen Blattstiel bis zu den merkwürdigen geschlossenen Kannen, wie sie bei Nepenthes villosa (Fig. 24) von Boineo gefunden werden. P)ei dieser Art erreichen sie eine Länge von ÖO Zentimeter, sind i)raclitvoIl ge- färbt, wie sie dorn auch in ihrer 'iestalt den tabaksjtfeifenartigen Blumen der troi)ischen Aristolochieii ähneln. Wir werden spätei'. wenn von der Entstehung der Blumen die Rede sein wird, noch seilen, einen wie bedeutenden Wert helle, auffallende Farben für die; Anlockung Villi Insekten i)esitzen: di(!>e inacht- vnljo Färbung lockt also auch hier sie. sich auf den Hand der Kamic Zeit dadurch fesselt, daß sich ijoii dieser dicke wulstige Band glatt. äimlich den Blunieiiblättcrn jener Fig 24. Kmhik ' villi > '■P • Ml t ll<'> Nill < 1 s a ii;ii-| Ki:i!m;k. .SV Sli •1 i.-s lÜ.lH.'N .S// (Ir^s '11 S|ii riti'. l'k V.W ifrl< llllll ', R der mit ■A\^^^ iils -.' vniiiii itcn St ilnsrll k-Im •llll icsrt/.ti- 1 niiil wolil die Ill>e ktell : III IHK 1 \eiaii aßt A'l /ll >( •fzeil der ^ie da llll läii!. ere _. ai ihm ausscheide •t. N Uli ist : lier wie au> polic rfeili W ich ^ i.M'feitigl. großen prachtvollen Orchideen. y\v\- Stanlioi»een: auch die ganze liiiieiiHäclie der Kanne i>l glatt, wie poliert. und (li(! Insekten, welche nach iloiiiü Miclieiid dort iimherklellern. uleiteii leicht aii> und -tiiiv.eii in die Tiefe der K;iiiiie. Wenn iiiiii auch \ leje](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0127.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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