Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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![XII. VORTRAG, Intraselektion oder Histonalselektion. Wirkt das La.makckscIil'rriiizip wirklidi mit bei (Umi riiiwaiullun^iX'n y D.VRWIXs Stel- lung zu diesei- Frage p. 196, Zweifel von (Jaltox bis heute p. 1!)S, Neo-Laniarckianer und Neo-Darwinianer p. 198, die Vorgänge der Übung, funktionelle Anpassung j). 19S, Wilhelm Rouxs Kaiii])f der Teile p. 200, die Spongiosa der Knochen j). 201. Meine Herren! ^^'i]• lia])en eine ganze Reihe von \'orträgen daran gesetzt, das Darwin-Wallace sehe Prinzip der Naturzüchtung und seinen Wirkungskreis kennen zu lernen. Dasselbe schien uns die un- zähligen Anpassungen his zu einem hestinimten (irade verständlich zu machen, d. h. ihre Entstehung aus bekannten Kräften heraus zuzulassen. AVir verstehen Jetzt, wie das Zweckmäßige, welches uns überall an und in den lebenden Wesen entgegentritt, entstanden sein kann, ohne das direkte Eingreifen einer wollenden, zwecktätigen Kraft, einfach als Aus- HuU und Resultat des (iberlebens des Passendsten. Die beiden Formen der Züclitungsi)rozesse, die ..Naturzüchtung im engern Sinn und die „geschlechtliche Züchtung l)eherrschen gewissermaßen alle Teile und alle Funktionen des Organismus und sind i)estrel)t, sie den Bedingungen des Lebens auf das möglichst beste anzupassen, und wenn auch dei- Wirkungskreis der ersten Art von Selektion ein ungleich ausgedehnterer ist, weil er geradezu jeden Teil beeinflussen kann, so mußten wir doch auch der sexuellen Selektion ])ei den Tieren wenigstens einen nicht unbedeutenden Wirkungskreis einräumen, indem dadurch — soweit wir heute sehen — nicht bloß die sekundären (leschlechtscharaktere in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit entstehen, sondei-n durch Ül)eitragung derselben auf das andere (ieschlecht, auch das letztere verändert, somit die ganze Art beeinflußt, ja in eine unbegrenzte Sukzession von Emwandlungen hineingezogen werden kann. Aber wenn nun auch Selektionsprozesse einen so bedeutenden Anteil an den Umwandlungen der Lebensformen Ijesitzen. so fragt sich doch, ob sie die einzigen Faktoren dieser rmwandlungen sind, ol) nur durch Häufung der sich dail»ietenden A'ariationen nach der Rich- tung der Nützlichkeit die Entwicklimg der Lebewelt geleitet wird, ob nicht dabei noch andeie Faktoren mitspielen. Sie wissen, daß Lamarck die direkte Wirkung des (iel)rauch> oder Nichtgebrauchs als den wesentlichsten Faktor der Umwand- lungen ansah, und daß Darwin, obwohl zögernd und vorsichtig, diesen Faktor aneikannte luid beiliehielt: er glaubte. denseli>en nicht entl»ehren zu können, und in der Tat sieht es auf den er.-^ten IMick auch so aus; es gibt eine große Reihe von Tatsachen, die nur auf diesem Weg er-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0212.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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