Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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![Die vei-hältni.smäßig gerin.ue Zalil erklärt sich aus der Sicherheit, mit welcher jeder von ihnen das Ei erreicht, und die Größe dürfte vielleicht ihren (irund teilweise eben in der geringeren Zahl haben, die hier genügt, und die es also erlaubte, auch der männlichen Keim- zelle an der Beschaffung des Materials zum Aufbau des Embryos einen nennenswerten Teil zuzuweisen; wahrscheinlich aber spielt hier noch mehr die Dicke und Festigkeit der Eischale mit. denn diese entbehrt einer Öffnung für den Eintritt des Samenfadens und ist schon völlig erhärtet, wenn die Befruchtung vor sich gehen soll. Xiigends vielleicht in der Natur zeigt es sich deutlicher, wie l)is ins p]inzelste hinein der Bau der Organismen von dem Zweckmäßigkeitsijrinzip beheirscht wird, als l)ei den Einrichtungen für die Befruchtung; so auch geiade bei den Muschelkrebsen. Über den komplizierten Begattungsapparat gehe ich hinweg, weil wir ihn in seinen Einzelheiten doch noch nicht verstehen. Das Wesent- liche daran scheint mir nach eigenen Untersuchungen und solchen meiner früheren Schüler Dr. Stuhlmanx und Dr. Schwarz darin zu liegen, daß die kolossalen Zoospermien, die im Körper des Männchens noch keinerlei Beweglichkeit besitzen, einzeln, gewissermaßen im Gänse- marsch zum xVustritt gebracht werden. Sie werden schon bei der Be- gattung einzeln hintereinander durch ein sehr feines Rohr liinausge- ])reßt, und treten dann ebenfalls einzeln durch die weibliche (ieschlechts- ötfnung in einen ebenso feinen in Spiralwindungen gelegten (iang. durch den sie endlich in die geräumige Itirnföimige Sanientasche, das Recej)ta- culum seminis des Weibchens gelangen. Dort lagern sie sich zu einer mächtigen Schleife zusammen, einige Hunderte an der Zahl, und er- langen nun erst ihre volle Reife, indem sie eine äußere Cuticula ab- werfen, also gewissermaßen sich häuten. Erst dann zeigen sie die Fähig- keit, ins Wasser gel)racht eine zuerst schwache, dann immer heftigere und wildere wellenförmige Bowegung auszuführen. Schwingungen, die sie befähigen, die kalkhaltige Eischale bohreiartig zu durchdringen. Im normalen \'erlauf geschieht dies derart, daß bei der Ablage eines reifen Eies durch die Öffnung des Ijleiters zugleich oder kurz danach von dem Weil)chen auch eines der riesigen Zoosi)erniien durch ilcn Spiral- gang der Samentasche nach außen gelangt, und zwar gerade auf das Ei hin. Das Einbohren selbst hat man bis jetzt noch nicht l)eobacliten können, wohl aber kurz nachhei- das Zoosperm sjjiralig zusammengerollt im Innern des f^ies gesehen. Bei diesen Musciielkrebsen sind die Samenfäden oft schon mit bloßem Auge erkennljar und üiiertretfen bei einigen Arten die Länge des Tieres um das Zweifache, sie sind also geradezu Riesenzellen, und können wohl eine bedeutende Bohikiaft entwickeln. In bezug auf verschiedenartige An|)assung der Saineiizelleii an die Bodiiitiungen der Befruchtung gibt es wohl kaum eine interessaiiteic Tier- i:iuiipe als diejenige der WasserHöhe odei- I)ai)liniden. Es ist erstauidich. wie stai'k schon die GniLle diescM- Elemente hier variieit. wie diestdbe im umgekehrten \'erhältnis zu ihrer Zahl steht, und wie ixndes sich ganz ofl'enbai' mich den S<-liwieiigkeiteii richtet, welche dei- Erreichung des Eies für die einzelne SanuMizelle engegenstehen. i>ei manchen Arteu sind (li(\^elbeu ^elir groß, bei amiereii abei' i^anz minimal. Bei deu (iattungen Da|)hiiia. Lynceus und aiideicn erfolg;! die I»egattung so wie Fig. (*»;) es aiiüiltt. d. h. der Samen ^ s/i wiid vom Männchen in den geräumigen Itrutiauni eiitle<Tt. der in die-eni W.'i.siiüiiui. Do/i'M.lfiiztlii'orii.. I. J. Aiill. 1''](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0241.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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