Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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![getreten sein niü.-sen, ohne aber im entferntesten ihre wirkHclie Natur aucli nur zu ahnen. Wir wissen heute, dati es Zellen sind, und dall ihre liildung auf einer zweinialij^^en Teilung der Eizelle l^eruht. freihch auf einer sehr ungleichen, indem diese ..Richtungszellen immer viel kleiner sind, als die Eizelle, ja meistens so klein, dati es sehr begreiflich erscheint, wie man ihre Zellnatur solange verkennen konnte. Dennoch haben sie immer einen Zellkörper, und bei manchen Eiern, z. B. solchen von ge- wissen Xachtschnecken des ^Meeres, ist dieser sogar ganz ansehnlich, und ebenso hal)en sie immer einen Kern, ja dieser Kern ist trotz der Kleinheit des Zellkürpers doch in allen Eällen genau ebenso groß als der Schwesterkern, der bei der Teilung im Ei zurückbleibt, eine Tatsache, die >chon darauf liindeutet. dab es sich hier wesentlich um Umgestaltungen und Veränderungen am Kern des Eies handelt. Schon lange, ehe man die ..Richtungsteilungen als Teilungen der Eizelle erkannte, wußte man. daß der Kern des Eies verschwindet, soljald dasselbe seine volle Größe im Eierstock erreicht hat. Man wußte auch, daß dieser Kern, das große im Mittelpunkt des Eies gelegene sog. ..Keimbläschen (Fig. ()9 k) dann seine zentrale Lage aufgibt und an die Oberfläche des Eies emporsteigt, um dort blasser und iilasser zu werden und schließhch ganz dem Auge des Beschauers zu ver- schwinden. Manche glaubten, es löse sich auf. und der später doch vorhandene ..Furchungskern sei eine Neubildung — die Wahrheit ist, daß das Keimbläschen sich zur Zeit seines Verschwindens in eine ohne künstliche Färlning unsichtbare Teilungsfigur umwandelt. Die Kern- memljran löst sich auf, das Centrosoma der f^izelle. welches, wenn auch kaum erkennbai-. vorher schon neben dem Keimliläschen gelegen hatte, teilt sich in zwei Centrosomen und deren Centrosphären. und diese bilden nun. indem sie auseinander rücken und ihre Piotoi)lasmastrahlen aussenden, die ..mitotische Figur. Diese Kernspindel stellt >ich bald senkrecht zur Eiol)erfläche. die sich zugleich hügelartig vorwölbt, und bald kommt es zur Bildung zweier Tochterkerne, von denen der eine in jenem sich vorwölbenden Hügel liegt (Fig. 75. A.J^kl) und sich bald völlig abschnürt vom Ei, umgeben von einer geringen ^lenge von Zellsubstanz. Der andere Tochterkern Ideibt im Ei liegen, beide Tochter- kerne aber gelangen nun nicht gleich zur Ruhe, sondern beide wandeln sich sofoit wiedei- zu einer S])indel um und teilen sich nochmals: die kleine erste ..Richtungszelle schnüit sich in zwei halb so große ..sekun- däre Richtungskörperchen ab iß. Rk\), während die im Ei liegende Kein.-pindel eine zweite Teilung der Eizelle einleitet {B. Rk'2). deren un.uleiche Produkte die zweite Richtungszelle und das defini- tive, d. h. befruchtungsfähige Ei sind. Damit ist dann dieser Vor- gang abgschlossen. die Eizelle, die nur sehr wenig Material an die ..Rich- tun^'skörper verloren jiat. und nicht sichtl)ar kleiner gewcuden ist, hat nun einen Kern bekommen (/y, Eik), der durch die rasch hintereinander sich folgenden beiden Teiluniien erheblich verkleinert und. wie wir späfci sehen werden, auch innerlich vcrändcit worden ist: in seinem jetzigen Zustand ist er „reif, d. h. er vermag nun die N'erliinduui,' mit dein Kern einer mänidiclien Keimzelle einzugehen, welche wir al> das \\Oent- liclie des I')efrMclitiinjzs|ir()ze>ses erkannt haben. Diese \(»r^'än^e der ..Eireifung kommen allen tierischen Eiern zu. welche befruchtungsbedürftig sind, und verlaufen üi)erall fast genau in derselben Weise, nur daß in vielen Fällen die nachträgliche Teiluii'^ \V.MSiii.inn, I)..-*/i.ii.l,.i./ll I. :' \i.f; !<■(](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0257.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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