Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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![Befruclitunjf bei Blutenpflanzen. 257 Wenn nun ein Pollenkorn auf die Narbe gelanj?t ist. so treibt es meist schon nach wenigen Stunden einen Schlauch hervor, der sich in das weiche Gewebe des Griffels eindrängt und bis tief in das Innere des Fruchtknotens hineinwächst, um schließlich durch eine besondere kleine Öffnung in der Hülle des Fruchtknotens, die sog. ..Mikropyle. bis zu dem Embryosack selbst vorzudringen (Fig. >^2 B. psclil). An die>en schmiegt si^-h sein stumpfes iMide innig an. so daß nun der eigentliche Spermakern {B. Jk), umgeben von etwas Protoplasma aus dem Pollenschlauch austreten und zwischen die Zellen des Embryo- sackes einwandern kann. Wir werden bei einer späteren (lelegenheit sehen, daß zwei generative Kerne aus dem Pollenschlauch einwandern, wenden wir a])er für jetzt unsere Aufmerksamkeit nur dem einen von ihnen zu. dem Pefruchtungskern. so bewegt sich dieser sofort auf den Eikern los. legt sich dicht an ihn an. und nun eifolgt die Verschmelzung, die Kopulation der beiden, in Grf ße und Aussehen ganz ähnlichen Kerne, ganz wie bei der Befruchtung tierischer Eier (C. Jk u. ^k). Ob auch hiei- nur der Spermakern ein Zentralkr)rperchen mitbringt, oder ob. wie Fig. 82. P.efnich- tunirsvorjranjr l)ei der Lilie, Lili- \\ m M a r t a ? o n , nach (iriGNAKi) A Der Enil)ryo'»ack vor der Befrurli- tun<;r,5i'Synerjjiden, fiz Eizelle, op und 7(p oberer und un- ten'r Pol kern, np Anti])odeu. />' Da^ ol)ere Stück des pjiiitryosacks, in den der I'ollen- sclilancii {ps, hl) ein}redrun<ren i^t mit dem männ- lichen (jeschechts- kern (J h und sei- ner Centrosphiire, darunter die Eizelle mit ihrer (ei)enfalls do|)iielten) Centrosphiire (csp/n. C Rest des I'oUenschlauchs (pschl); die beiden (Jeschlechtskerne aneinander liejrend. Starke VeriiröHeninjf. (irniXAKi) zu beobachten glaubte, aucli der Eikern .sein Zentralköri»erchen l>('il)eliält (C csph) oder schließlich oli etwa beides vorkommt, ist noch nicht sicher entschieden. Die Erfahrung, daß sich in der Regel nur dann keimfähige Samen in einem Fruchtknoten bilden, wenn I{estäui)ung der Narbe vorhergegangen war, läßt vermuten, daß der Eizelle auch hier, wie bei den Tieien etwas fehlt zur Einleitung der Embrvonal- entwicklung. was nur sehr ausnahmsweise, nändich bei Einrichtung von Pairhenogenese. ihr erhalten werden kann, und dieses Etwas dürfte wohl auch hier der Teilung.sai)parat der Zelle, ihis Centro.soma mit der Cenfnt- spliärc sein. .Mag alter die.se N'ermutung sich als begründet erwei.scn oder nicht, in jedein Falle bildet sich zugleich mit der \'ereinigung der Iteiden (ieschlechtskerne zum Furchungskern eine Kerns|»in(lei. welche den Ausgaiigspuid<t der jungen Pflanzen darstellt und somit genau der Furchuiigs.>pindel tierischer Eier ents|>riclit. Sie stinnnt mit ihr auch in der wichtigen l'.eziehung überein. als sie wieder die volle Zahl der ChromosonMMi enthält, bei der Lilie; iM. wäliicnd die lieiden Ge-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0273.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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