Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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![Yuu^ der Deteiminanten im Id liestinimen. also von ..Affinitäten, loh will nicht ver.suchen. die.< weiter auszuführen, dal.» aber üherhaui)t im Innern des Ids Kräfte wirken, welche uns noch gänzlich unljekannt sind, beweist eben schon jede Kernteilung durch spontane Spaltung der Chromosomen. Man hat mir entgegengehalten. dal.l ein so komi)liziertes Ganze, wie das Id. sich ül)erhaupt nicht durch Teilung vermehren könne, da es an einem Ajjparat fehle, dei- die durch das Wachstum gestörte Archi- tektur bei der Teilung wieder in den beiden Tochterhälften in gleicher Weise herstelle. Dies ist aber nui- dann richtig, wenn wir keine bin- denden Kräfte, „vitale Affinitäten- innerhalb des Ids zulassen wollten, und ganz dasselbe gilt für die kleineren Lebenseinheiten. p]in gewöhn- liches chemisches Molekül kann sich nicht durch Teilung vermehren: wird es gewaltsam gespalten, so zerfällt es in ganz andere Moleküle: erst das lebendige Molekül, d. h. das Biophor besitzt die wunder- bare Eigenschaft des Wachstums und der Sjjaltung in zwei unter sich und dem Stamm-Molekül gleiche Hälften, und wir ersehen daraus, daß hier ebenfalls bindende und al)Stoßende Kräfte, Affinitäten, wirken müssen*). Ich wüßte auch nicht, weshalb wir solche Kräfte nicht an- nehmen dürften, machen wir doch auch die Annahme, daß die Hunderte von Atomen, welche nach heutiger Vorstellung ein Eiweißmolekül zu- saiumensetzen und in seinem Wesen be.stimmen. durch Affinitäten in dieser bestimmten und so überaus komplizierten Anordnung festge- halten werden. Oder sollen wir uns zwischen dem Atomenkumplex des Moleküls und dem der nächst höheren Atomenkom])le.\e des IJiophors, der Determinante und <les Ids eine aljsolute Scheidewand eingescliol)en denken, und ganz andere Kräfte in ihnen annehmen, als wir sie in jenen wirksam denken? Schließlich ist doch das liiophor nur eine Gruppe von Molekülen, die Determinante eine (iruppe von Biojjhoren und das Id eine Gruppe von Determinanten, und alle drei erschlossene Stufen von Lebenseinheiten werden nur dadurch zu waluhaften Einheiten, daß Kräfte in ihnen wirken, die sie zum Ganzen zusammenbinden. Was zwingt denn die Chromatinkörnchen des ruhenden Keins zur Zeit der Kernteilung sich einander zu nähern, sich zu einem langen bandartigen Faden zu verbinden, und was veranlaßt später diesen Faden sich in eine ganz bestimmte Zahl von Stücken zu zerlegen? Offenbar doch auch innere Kräfte, über die wir weiter nichts wissen, als daß sie wirken. Ich glaube sogar, daß man die Annahme vitaler Affinitäten noch weiter aufwärts fortführen muß, nicht nur l)is zu den Zellen, soiulern auch bis zu den Personen, deren Teile auch in einem inneren Verltand stehen und in ihrem Aufljau durch Kräfte geordnet werden, deren eigent- liche Kenntnis uns noch vollständig fehlt, die wir alier einstweilen mit diesem Namen oelegen können. Es sind ai)er auch i»rinzii>ielle Bedenken gegen die Annahme einer erlninglcichen Kernteilung geäußert worden. O. Hehtwk; hält die erbungleiche Teilung für i)rinzii»iell unannehmbar, weil sie in Widerspruch stehe mit ..einei- der ei>ten (i riunilehicn d(>r Zeu- *) Srlinn in nn-im-m I'.iirli „Das Kr-implasnia liah.- irli „.\n/.i.-liiinv;skiafl.- der Deterininnntcii iiml Kioplmri'n, wi*> in ili-n /rllcii ani;<'n<>nnii<Mi, frciliili nnih ohne ^pnaiH'P' .\M>fJilininir, wenn andi (lania!> xlmn mit älii\liilnT ItfüriMulnii'.,' („Koiniplasniii |i. ICJi. Mfinc Kritiker lialn-n tla^ üln'ischt'n.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0323.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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