Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![:;v) Diinviii- Leine. älinlicli ciiiei- ll('iii(lkraii>(' auf der lliust oder an der Seite des Halses herahlaufen (No. s und Wj und der tYnlerwirbel. welcher die Sriinaltel- wurzel der lUicharischen Tronnneltaube auszeichnet (No. 2). Daß auch die (iröße des i,^anzen Köri)ers bei den Rassen Ver- schiedenheiten aufweist, wird nach dem bisher (iesa^ten Ihnen fast selbstverständlidi vorkommen. Die Unterschiede sind aljer recht be- deutend, denn eine der j.>iöl;iten R'.mdtauben wo«; nach Darwin fünfmal so viel als einer der kleinsten kurzstirni«ien Puizler. wie denn auf der Abbildung Fig. 1 die Krojjftaube als ein Riese gegenüber dein kleinen Mövchen zu ihrer Linken erscheint. So sehen wir also, dal;! beinahe alle K()ri)eiteile der Taube sich während ihrer Domestikation in der verschiedensten Weise und bis zu einem hohen Betrag verändert haben, und ähnlich verhält es sich bei mehreren anderen Haustieren, bei Hühnein, Pferden. Schafen. Rindern. Schweinen usw., wenn auch der Fall bei den übrigen nicht immer so klar hegt, weil die Abstammung von nur einer wilden Art teils nicht beweisbar, teils auch überhaupt nicht wahrscheinlich ist. Hier aber l)ei den Tauben ist sie sichei. und es fragt sich nun. auf welche Weise alle diese \'erän(lerungen der Stammform zustande gekommen sind. Erleichtert wird die Beantwortung dieser Frage daduich. dal! auch heute noch neue Rassen entstehen und daß sie zum Teil wenig- .stens bewußt und al)sichtlich gemacht werden können. In Eng- land, wie auch in Deutschland und Frankieich gibt es Vereine für Ge- tiüuelzucht. und Ijcsonders in England sind die Tauben- und Hühnei'klubs zahlreich und hoch entwickelt. Sie beschränken sich keineswegs darauf, die einmal bestehenden Rassen rein weiter zu züchten, sondern sie suchen fortwährend, dieselben noch zu verl)essern. d. h. ihre Charaktere zu steigern und noch schärfer auszuprägen oder ai)er ganz neue Eigen- schaften hinzuzufügen, und das gelingt in vielen Fällen. Es werden Preise auf bestimmte neue Abänderungen gesetzt und so ein Wett- bewerl) der Züchter hervorgeiufen. in welchem jeder strebt, den ver- langten Charakter möglichst rasch hervorzubringen. Darwin erzählt: ..Die englischen Preisrichter bestimmten, daß der Kamm des s])anischen Hahns aufrecht sein solle, der bisher schlatf hcrabhing, und in fünf .laliien war dieses Ziel erreicht: sie ordneten lUirte für die Hühner an, und nach sechs Jahren hatten iü (iruiipen der im Kiistallitalast in London ausgestellten Hühner Barte. Nicht immer gelingt die rmwandlung so rasch, es Inauchte z. B. 1.') .lalirc. ehe es gelang, einer gewissen Rasse von Purzlern einen weißen Koi)f aufzusetzen. Aber die Züchter verändern nach (Jutdünken alle sichtbaren Teile des Körpers und haben tatsächlich in den letzten ;')(> .lahren viele Rassen beträchtlich verändert. Sie vcrfahien dabei so. daß sie sorgfältig solche Tieie zur Nach- zucht auswählen, welche schon einen schwachen Anfang zu dem ge- wünschten Charakter besitzen. Domestizierte Tiere haben im allgemeinen einen etwas höheren (iiad von \'ariabilität. als wilde Arten. Dies be- nutzt der Züchter, (iesetzt. es handle sich darum, einer glattköptigen Rasse einen Federbusch aufzusetzen, so wird ein \'ogel mit ein wenig längeren Federn da^ Hinterkopfes ausgewählt und zur Nachzucht ver- wandt. Unter seinen Nachkommen werden dann vielleicht einige sein, die diese etwas vorstehenden Federn ebenfalls aufweisen, und wahr- .scheinlich auch ein oder das an<lere Tier, das eine noch beträchtlichere](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0048.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)