Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![I);ii-\\iii> Lehre. 40 zent Steigen, d. h. es iiiii>sen nur Individuen der besseren Sorte nocli ül>rig bleil)en. Damit ist aber der \'organg noch nicht erschöpft, viehnehr werden wir aus den f]rfalirungen der künsthchen Rassenbihhing ableiten dürfen, (hil.) die gezüchteten Eigenschaften sich von Generation zu (ieneration steigern können und daß sie dies so hinge tun müssen, als eine Steigerung noch einen Vorteil im Kani|)f uni> Da- sein gewcährt. denn so lange wird sie zu häutigerem ri)erlei)en ihrer Träger führen. Die Steigerung wird also erst stille stehen, wenn sie (kMi höchsten (irad von Nützlichkeit erreicht hat, und es werden auf diese Weise neue Charaktere geljildet werden können, wie ja auch bei der künstlichen Züchtung aus den kurzen, aufwärts gekrümmten Hals- federn bei der Perückentaube eben (He Perücke, ein den Kojif ülter- deckender Federlialdachin erzüchtet worden ist. Peinige Peisitiele von Xaturzüchtung werden den Vorgang an>chau- licher machen. Unser Hase ist durch seinen aus Braun, (lell). Weil.! und Schwarz gemischten Pelz sehr gut vor Entdeckung gesichert, wenn er sich im trockenen Laub des Niederholzes in sein Lager duckt. Man kann leicht an ihm vorübergehen, ohne ihn zu sehen. Ist der Boden und die Büsche mit Schnee bedeckt, so sticht er dagegen stark davon ab. Ge- setzt nun, das Klima würde kälter bei uns und der Winter brächte anhaltenderen Schnee, so würden solche Hasen, die einen stärker mit Weiß gemischten Pelz l)esäi;)en. im \'orteil sein im ..Kampf ums Dasein'- gegenüber ihren dunkleren Artgenossen, sie würden weniger leicht von ihren Feinden, dem Fuchs. Dachs. V\m. der Wildkatze, entdeckt werden. \'on den zahlreichen Hasen, welche alljährlich ihren Feinden zum Ojjfer fallen, würden also durchschnittlich mein- dunkle als helle Individuen sein. Der Prozentsatz heller Hasen müßte somit von Generation zu (ieneration steigen, und je länger der Winter würde, um so schärfer und anhaltender würde die Auswahl zwischen dunkeln und hellen Hasen, bis zuletzt nur noch helle übrigblieben. Zugleich würde sich alter auch die Helligkeit selbst der Hasen steigern müssen, einmal weil ('S immer häufiger vorkommen würde, daß zwei helle Hasen sich jtaarten und dann, weil der Kampf ums Dasein sich sehr i)ald nicht mehr zwischen dunkeln und hellen Hasen abspielte, sondern zwischen hellen lind noch helleren. So müßte zuletzt eine weiße Hasenrasse entstehen, wie eine soh-iie denn wirklich in den Polarländern und auf den AIjumi entstanden ist. Oder deidven wir uns eine krautartige Pflanze, etwa vom Aussehen einer 'Jollkirsdie. blätterreich und saftig, aber nicht giftig. Sie wird ohne Zweifel v(»n dan Tieren (h^s Waldes mit N'orlielte al)geweidet werden und kann sich deshalb nur kümmerlich halten, da nur wenige ihrer Pflanzen zur Samenltildung gehuig(Mi. Nehmen wir nun an. Iiei einig(,Mi IJüscIkmi (lieser PHanze (Mitwickle sich ein widerwältig schmeckender Stoff in Stengel und den Bhittern. wi(! solches durch geringe Neränderungen im Chemismus der PHanz(! sehr wohl geschehen kann. Was wünh' anders die Folge sein, als daß nun solche Individuen weniger gein gefressen würden, als die ander(Mr.'' Es müßte also ein Selektionsprozeß einsetzen. der darin iiestünde, daß die wi(l(!rwärtig schmeckenden P.iische der Ptlan/.e häufiger verschont blieben, also aucii häufig(!r Samen trügen als die wohl- schmeckenden. So müßte von .fahr zu .lalir die Zahl der schlecht schmekenden sich veiniehreii. Wenn der betrcllende StotV zugleich giftii:](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0061.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)