Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau.
- August Weismann
- Date:
- 1904
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Credit: Vorträge über Deszendenztheorie : gehalten an der Universität zu Freiburg im Breisgau. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![ßß l'iirli|IIIL!rll ll.T 'l'ici-f. (1er Lichtbilder. Das sciieiiit scliiaiiTMid. allein die aiialocreii Erschei- nungen bei anderen Insekten verhindern uns. den hübsclien Vergleich mit dem LichtbiVl für eine ausreichende Erkläiung anzusehen. Handelte es sich um eini:h Schmetterling, so würde eine solche Annahme schon deshalb verwoifen werden müssen, weil hier die Flügelfärbung in der Puppe sich bihlet und dann fertig und unveränderbar hervor- tritt, sobald der Falter ausschlüi)ft. In der Pui)pe aber liegen die Flügel gerade umgekehrt, wie in der liuhestellung des Schmetterlings, d. h. die protektiv gefärbte untere Fläche der Flügel ist nicht dem Lichte zugewandt, sondern von ihm ab. Außerdem bedecken hier die Vorderflügel völlig die Hintertiügel. einerlei wie die Flügel- haltung bei dem Schmetterling später sein wird, t'berdies hin- dert die dicke und nicht selten dunkel gefärbte Pup])enscheide die Ein- wirkung des Lichtes, und nicht wenige Arten verpu])i)en sich an so dunkeln Orten, viele Bläulinge z. B. unter Steinen. daH das Licht sie nur wenig oder gar nicht erreicht. Wie sollte ferner das Licht, wenn es hier einen Einfluß ausübte, so verschiedene Färbungen hervorbringen, wie sie bei den Tagfaltern als protektive vorkommen, einerseits dunkle bis schwarze, dann gelbe, rötliche, ja sogar rein weiße und rein grüne, und wie sollten dieselben Lichtstrahlen komplizierte Farbenmuster auf ein und derselben Fläche hervorrufen, z. B. Weili mit Grün gesprenkelt, wie beim Aurorafalter (Anthocharis CardaminisiV Schließ- lich braucht man nur zu wissen, wie zahlreiche Nachtfalter sich unter der Erde verpupjien, obgleich sie sowohl brillante als protektive Farben in zweckmäßigster Verteilung hervorbiingen. um den (iedanken ein für allemal zurückzuweisen, als ob die Wirkung des Lichtes irgend einen bestimmenden Anteil an der Verteilung der Farlten auf dem Schmetterlingsflügel haben könnte. Anders ist es bei Trojjidoderus. Hier wachsen die Flügel all- mählich hervor während des langsamen und im vollen Lichte erfol- genden Wachstums des Tieres, hier liegen die jugendlichen Flügel ver- mutlich schon in ähnlicher Weise übereinander und decken sich an den- selben Stellen, wie beim erwachsenen Tier: hier k()nnte man also an und für sich dem (iedanken Raum geben, das (ielb der gedeckten Stellen käme durch Abschluß vom Licht her. Sobald man aber die \'erhältnisse bei den Schmetterlingen mit zu Rate zieht, erkennt man das Ungenügende dieser Erklärung, denn hier liegt genau dieselbe Erscheinung voi-. scharfe Beschränkung der protektiven Färbung auf die in der Ruhestellung sicht- baren Flächen, während zugleich jede andere Erklärung dafür aus- geschlossen ist, mit Ausnahme von Naturzüchtung. Sehen wir also zu, ob wir nicht zu einem besseien \'erständnis des PhänonuMis gelangen können. Offenbar l)rauchen die gelben Stellen des Tieres deshalb nicht grün zu sein, weil sie in sitzender Stellung nicht sichtbar siiul, weil beim Flug aber die Heuschrecke überhaui)t nicht unsichtbar gemacht werden konnte. Es bliebe also nur zu erklären, warum die gelben Stellen nicht farblos und warum sie nicht auch grün sind. Das ver- mögen wir nun nicht mit Sicherheit zu sagen: möglich, dall der Farb- stoff, welcher das (irün bedingt, nur unter dem Einfful.1 des direkten Sonnenlichtes grün wird, sonst aber gelb l)leil)t. möglich auch. daß. ähnlich wie bei den Tagfaltern vgl. Fig. 9\ nui den beim Sitzen sicht- baren Stellen die volle ])rotektive Fäil)ung durch Xatur/üchtung zuteil](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20996330_0082.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)