Gewebelehre : mit besonderer Berucksichtigung des menschlichen Korpers / von P. Schiefferdecker und A. Kossel.
- Date:
- 1891
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Credit: Gewebelehre : mit besonderer Berucksichtigung des menschlichen Korpers / von P. Schiefferdecker und A. Kossel. Source: Wellcome Collection.
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![dem Zalmschmelz. Die Aelmliclikeit dieser Verbiiidimg mit dem Apatit, welcher dasselbe Verliältniss zwischen Calchim und Phosplior- säiire zeigt (welcher aber keine Kohlensäure enthält, sondern statt dessen Fluor und Chlor) ist nicht zu verkennen und dehnt sich, wie später bei der Eetrachtung des Zahnschmelzes gezeigt werden soll, auch auf physikalische Eigenschaften aus. Viel complicirtere Verhältnisse hat Aeby (109 A) in den Knochen angenommen. Nach seiner Auffassung soll in den Knochen ein eigen- thümliches basisches Phosphat neben kohlensaurem Kalk (Kreide) ent- halten sein. Das basische Phosphat kann seiner Zusammensetzung nach aiifgefasst werden als eine Vereinigung von Orthophosphat iCa^I\ 0^) mit Kalk, Kohlensäure und Wasser, und wird durch folgende Formel anschaulich gemacht: [6 Ca-i Og2 02 CaO -j- CO^] + 3 aq Der in diesem basischen Phosphat enthaltene überschüssige Kalk {CaO) soll mit der Kohlensäure in einer lockeren Verbindung, welche nicht der Kreide entspriclit, vorhanden sein. Wir haben also im Knochen locker gebundene und fester gebundene Kohlensäure, erstere ist im basischen Phosphat, letztere in der „Kreide“ enthalten. Aelmliche Verhältnisse sollen auch im Elfenbein vorhanden sein. Der Zahn- schmelz hingegen enthält nach Aeby neben der „Kreide“ nur das Orthophosphat, unterscheidet sich also in der chemischen Constitution der anorganischen Tlieile vom Knochen. Dieser Unterschied findet auch seinen Ausdruck in den verschiedenartigen Umwandlungen, welche Knochen und Zahnschmelz nach langem Liegen in der Erde oder im Schlamm erleiden. Die unter Pfahlbauresten gefundenen Zähne lassen zum Theil eine auffallende Aljgrenzung des Schmelzes erkennen, wel- cher sich mit schwarzblauer Farl)e vom Zahnbein abhebt. Dieses Verhalten ist bedingt durch Veränderung, die der Schmelz unter dem Einfluss des kohlensauren Eisenoxyduls der Gewässer erleidet, er wird in Vivianit (phosphorsaures Eisenoxydul) verwandelt; das Zahnbein und der Knochen zeigen diese Metamorphose nicht. An- derseits nimmt die Knochensubstanz aus dem Wasser Fluor auf, der Schmelz aber nicht. Aus diesen und anderen Thatsachen zieht Aeby den Schluss auf die verschiedene chemische Natur der beiden Gebilde. Ausser den l)isher genannten Pestandtheilen findet sich noch Magnesium, nach Cossa (110) auch Spuren von Cer, Lanthan und Didym in den Knochen. Folgende durch Zalesky’s Untersuchungen (23) S. 19) gewonnene Zahlen ergei)en die Mengen der anorganischen 8 c h i 0 f f e r (1 e c k e r - K o s s e 1. 23](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21904327_0373.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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