Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre / dargestellt von Rudolf Virchow.
- Rudolf Virchow
- Date:
- 1871
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Credit: Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre / dargestellt von Rudolf Virchow. Source: Wellcome Collection.
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![welchen Typus der Entwicklung die einzelnen Neubildungen während der Stadien ihrer wirklichen Bildung, nicht während der Stadien ihrer Bückbildung zeigen. Man kann das Wesen des Tu- berkels nicht studiren von dem Zeitpunkte an, wo er käsig gewor- den ist, denn von da an gleicht seine Geschichte vollkommen der Geschichte des käsig werdenden Eiters; man muss dies vorher thun, wo er wirklich wuchert. So müssen wir auch für die anderen Neubildungen die Zeit von ihrer ersten Entstehung bis zu ihrer Akme studiren und zu- sehen, mit welchen normalen physiologischen Typen sie überein- stimmen. Mit anderen Worten, man muss sie genetisch er- forschen. Dann ist es allerdings möglich, mit den einfachen Principien der histologischen Classification auszukommen, welche ich früher ausgeführt habe (S. 86). Auch die heterologen Gewebe haben physiologische Typen*). Ein Colloid, wenn man wirklich darunter versteht, was Laennec gemeint hat, eine gallertartige organisirte Neubildung, muss nothwendig irgend einen Typus der Bildung besitzen, wel- cher irgendwo oder irgend einmal im gewöhnlichen Körper vor- kommt. In der That gibt es eine Reihe von Geschwülsten, die man zum Colloid gerechnet hat, welche vollkommen die Structur des Nabelstranges haben, uad welche, wie dieser Theil, in ihrer Intercellularsubstanz wesentlich Schleim enthalten. Nachdem ich das Gewebe des Nabelstranges und der analogen Theile Schleim- gewebe genannt hatte, so war es für mich ein sehr einfacher Schritt, diese Geschwülste Schleimgeschwülste, Myxome zu nennen**). Eine der am meisten ausgezeichneten Myxomformen stellt die sogenannte Blasen- oder Hydatidenmole (Mola vesiculosa s. hydatidosa) dar. Aber das Vorkommen des Myxoms beschränkt sich nicht auf die Zeit der intrauterinen Entwicklung. Indem wir Geschwülste mit dem Gewebstypus des Nabelstranges mitten im erwachsenen Körper nachweisen, so ist das Auffallende der Erscheinung nicht vermindert, aber es ist für dieselben ein im Körper normaler Typus gewonnen. Ein kopfgrosses Myxom des Oberschenkels bleibt immerhin eine sehr merkwürdige Erscheinung. Eine andere Form von Colloid, oder wie unser Müller gesagt : ] Spee. Pathologie und Therapie. I. 9, 334. :::::) Archiv XI. 281. Gesehwülste 1. 396. 36](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21082509_0585.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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