Die geographische Verbreitung des Blasenwurmleidens, insbesondere des Alveolarechinococcus der Leber und dessen Casuistik seit 1886 / Adolf Posselt.
- Posselt, Adolf.
- Date:
- 1900
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Credit: Die geographische Verbreitung des Blasenwurmleidens, insbesondere des Alveolarechinococcus der Leber und dessen Casuistik seit 1886 / Adolf Posselt. Source: Wellcome Collection.
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![Im Centrum Spuren von Gallenpigment und Krystalle von kohlen- saurem Kalk. Riesenzellen ohne regelmässige Anordnung. In dem Bindegewebsstroma zahlreiche Bläschen eingesprengt, die von einem Ring von starrem Gewebe umgeben. Die kleinen Bläschen sind nichts anderes als miliare Cysten von Echinococcus. Die Form und Grösse dieser kleinen Cysten ist sehr ver- schieden, bald rund, bald oval oder cylindrisch. Manchmal sind sie von allen Seiten von Bindegewebe umgeben, manchmal in Kanälen, deren nähere Natur unbestimmbar. Im Inneren der Bläschen feine Granulationen, niemals Scolices oder nur Spuren der germinativen Membran. In verschiedenen Bläschen hat man den Eindruck eines Proliferations- processes, als wenn eine exogene Production bestünde. Bei Anfertigung äusserst zahlreicher Präparate kann man nur drei Häkchen finden. Die Hämatoidinmassen, die von den Autoren so oft erwähnt werden, zeigten sich bei vorliegendem Falle nicht. Die Blut- und Lymphgefässe, welche sich in der Wand der Cyste ver- breiten, zeigen sich umgeben von einer Hülle dichten Bindegewebes, ein sicheres Zeichen der lebhaften Reizung, die ehemals bestanden. Die capillaren Gallen- gänge sind von einer Zone proliferirenden Bindegewebes umgeben, aber das Epithel ist wohl conservirt und ihr Lumen scheint nicht besondere Modifica- tionen erfahren zu haben. Wenn die makroskopische Untersuchung dieser Leberaffection Zweifel entstehen lassen konnte, so machte die mikroskopische Untersuchung den Fall vollständig klar. Die Gegenwart der Bläschen, ihre Vielfältigkeit und ihre Lagerung beweisen genügend, dass wir es mit Cysten des multiloculären Echino- coccus zu thun haben. (Dematteis, Contribution ä l’etude des Cystes ä echinocoques multi- loculaires du foie. Dissert. inaug. Geneve 1890.) 111. Professor LIub imow (Kasan)*) (1890) berichtet über einen bei der Section Vorgefundenen Fall von Echinococcus multilocularis hepatis und de- monstrirt pathologisch-anatomische und mikroskopische Präparate. Es fand ein Hineinwuchern des Echinococcus multilocularis in das rechte Herz statt. (Tageblatt [Dnjewnik] der Aerztegesellschaft an der Universität Kasan, Wratsch 1890, S. 965, russ.) (Ferner erwähnt in Russ. medic. Literatur 1891, Nr. 5 [Beiblatt zur St. Petersburger medic. Wochenschr.] ref., wo es heisst: Auszug aus dem Tage- blatt der Kasan’schen ärztlichen Gesellschaft. Llubimow [Sitzung vom 5. October 1890] spricht über Echinococcus multilocularis hepat. und demonstrirt ein Präparat. (N.B. Der Name dieses ärztlichen Vereins findet sich in verschiedenen Journalen verschieden übersetzt. S. Nachtrag.) 112. (68.) Huber (Memmingen) 1891. (Der fünfte Fall von Echino- coccus multilocularis, den Huber in seinem Bezirke seit 1866 beobachtet hat.) 64 Jahre alter Wasenmeister, welcher die Gegend von Memmingen seit mehr als 30 Jahren bewohnt, hat in den letzten Jahren wiederholt an Gelbsucht gelitten und bemerkte gleichzeitig eine Abnahme seiner Kräfte. Jagdliebhaber, hat mit Canis familiaris viel zu thun gehabt. 24. October 1889. Intensiver Icterus, Abmagerung, Appetitlosigkeit, Mattigkeit. Fäces blass, lehmartig. Harn gallenfarbstoffreich, eiweissfrei. Leber nicht palpabel, ihre Dämpfung durchaus nicht vergrÖssert. Milz- dämpfung verbreitert. x) S. auch Nachtrag.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24991430_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


