Die Traumen der männlichen Harnröhre : historische, anatomische und klinische Untersuchung / von M.A. Wasiliew.
- Wasiliew, M. A. (Michael Andrew)
- Date:
- 1899-1901
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Credit: Die Traumen der männlichen Harnröhre : historische, anatomische und klinische Untersuchung / von M.A. Wasiliew. Source: Wellcome Collection.
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![— 4 — wie aus Sanskrittexten hervorgeht. Die indischen Brahminen impften, indem sie eine Stelle an der Schulter anrieben und darauf mit Impfstoff getränkte Baumwolle legten. Die Chinesen impften seit undenklichen Zeiten, indem sie 3—6jährigen Kindern ein Stückchen feuchten, von einer Impfpustel entnommenen Schorf ins Nasenloch brachten1). Die Einführung der Gefässunterbindung schreiben wir gewöhnlich Ambroise Pare zu, welcher im XVI. Jahr- hundert lebte, während bereits 1000 Jahre vor ihm Antillus, welcher Ende des III. oder Anfang des IV. Jahrhunderts lebte, mit der Unterbindung von Arterien vertraut war; auch die Torsion durchschnittener Arterien zum Zwecke der Blutstillung wurde von ihm angewandt2). Galenus kannte ebenfalls schon die Unter- bindung der Arterien; nach den neuesten Untersuchungen von Anagnostakis3) bediente sich Galenus hierzu der Seide und sogar des Catguts. Die Amputationsmethode von Gliedmaassen unter Blutleere mit Hilfe der Schlauchcompression des betreffenden Gliedes oberhalb des Schnittes wird allgemein als eine Errungen- schaft der Neuzeit betrachtet, in Wirklichkeit aber wurde sie schon von Ambroise Pare angewendet. Sehr interessant ist auch der Stand der Antiseptik und Asepsis bei den Alten, wie auch deren Ansichten über die Eiterung. Nach Anagnostakis pflegte Galenus Wunden mit abgekochtem, also sterilisirtem Regenwasser zu waschen; die Eiterung war nach seiner Ansicht das Resultat der Entzündung der Wunden; bei der Eiterung pflegte er sogenannte austrocknende Mittel (ßrmccivovTa) anzuwenden und dies waren die- selben Mittel, welche zur Einbalsamirung von Verstorbenen (cc&^tttcCj xaqiy^vopTa) verwendet wurden, foglich antiseptische Stoffe. Ori- basius hielt das Kupfersulfat für das beste Mittel zur Erhaltung der Granulationen1). Der französische Chirurg Henri de Monde- 1) Nilfit in, Kurze Uebersicht über den Zustand der Medicin zur Zeit Ekaterina II. 1855. 2) Oeuvres d'Oribase par Bussemaker et Daremberg. 1862, Bd. II, p. ,)5—56. „*()'. r/fQl aQTyqiocoijiag. 'Ex twv ^AviiXXov, sst tG)V ß1 XÖyOV. T&V X£VOV(J,SV(OV ßot]^f](JCCTMP. liTv dz stiI iwv xaid tö Xviov cz%qi uGxtov diaxQÖnxHV t^v äQTtQiav aal §8t-ip to öözovv wCw ödoxet £'£ ccviov ävacpvticci, xal (jtCio/Mßijaou i:d tfzöfjccicc irjc aQitQiac xcel <x7i:o(fQa£cu.u 3) Anagnostakis, La methode antiseptique chez les anciens. 1889.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21083472_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)