Grundriss der Augenheilkunde : unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Studirenden und practischen Ärzte.
- Knies, Max.
- Date:
- 1888-
Licence: Public Domain Mark
Credit: Grundriss der Augenheilkunde : unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Studirenden und practischen Ärzte. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
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No text description is available for this image![genz sind clesshalb gleichnamige Doppelbilder vorhanden, d. h. das Bild des rechten Auges liegt rechts und umgekehrt; bei Divergenz sind sie gekreuzt. Bei Lähmung eines Eect. sup. steht beim Blick nach oben das betreifende Auge tiefer, sein Bild eines äusseren Gegen- standes aber höher, als auf der gesunden Seite. Zur Untersuchung auf Doppelbilder wird das Bild des einen Auges am besten mit einem rothen Glase gefärbt. Man prüft dann ihre gegenseitige Stellung in den verschiedensten Blickrichtungen. Oft nehmen die Kranken eine eigenth um liehe Kopfhaltung au, nämlich die, in der der gelähmte Muskel nicht beansprucht wird; bei Lähmung des linken Rect. ext. z. B. wird der Kopf nach links gedreht. Der Ausfall in der Beweglichkeit lässt sich direct sehen; eventuell lässt sich die Excursionsweite der Augen an einem getheilten Kreis- bogen messen und der Ausfall in gewissen Eichtungen nachweisen (Blick fei dm essung). Die Untersuchung auf Doppelbilder ist die raschere und genauere; eine gewisse Intelligenz des Patienten ist aber dazu nothwendig. Bei Lähmung des Rectus externus sind gleichnamige, bei der des Rectus internus gekreuzte, parallel stehende gleich hohe Doppel- bilder vorhanden. Lähmung des Rectus superior und inferior gibt gekreuzte Doppelbilder; die Höhendifferenz wächst bei ersterer beim Blick nach oben, und das Bild des gelähmten Auges steht höher; bei letzterer beim Blick nach unten und das Bild des gelähmten Auges steht tiefer. Bei Lähmung eines Obliquus entstehen gleichnamige, über einander stehende Doppelbilder, beim superior besonders in der unteren, beim inferior in der oberen Gesichtsfeldhälfte. Bei den vier letztgenannten ist das Bild des gelähmten Auges schief; häufig scheint das eine Bild näher zu stehen. Nicht selten bemerkt man isolirte Dreh- bewegungen am kranken Auge. Bei Lähmung eines Obliquus wächst der Höhenunterschied nach der Nase, die Schiefheit nach der Schläfe hin; bei Lähmung des Rectus sup. oder inf. ist dies umgekehrt. Lähmung des'Levator pal]), sup. bedingt Herabhängen des oberen Lides (Ptosis). Sind alle Zweige des Oculomotorius gelähmt, so bestehen ausser Accommodationslähmung, weiter Pupille und Ptosis gekreuzte Doppelbilder mit Höherstand des Bildes des ge- lähmten Auges; der Seitenabstand wächst beim Blick nach der ge- sunden Seite, der Höhenabstand beim Blick nach oben. Bei Affectionen am Orte der Nervenkerne kann ein Gemisch von Lähmungen, Paresen und Krampfzuständen der verschiedensten Augenmuskeln entstellen, das schwer und oft gar nicht zu entwirren ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21017529_0068.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)