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Credit: Ophthalmoskopische Studien / von A. Siegrist. Source: Wellcome Collection.
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![Nach den grundlegenden und classischen Untersuchungen Wagenmanris1) kann es kaum mein- einem Zweifel unterliegen, dass es sich hier um eine Affection der Ghorioidea handle, die secundär zn einer nutritiven »Störung und daher theilweisen Degeneration der Retina geführt bat. Bei der DurchschneiduDg einzelner Ciliargefässe des Kaninchens, fand Wagenmann ganz dieselben Veränderungen des Augenhintergrundes, wie sie unsere 4 Fälle aufweisen. Es sei mir daher gestattet, vor allem auf die betreffenden Experimente Wagenmann's etwas genauer einzutreten, zumal mir dieselben noch von weitergehendem Interesse zn sein scheinen. Um den Eintluss der Chorioidalcirculation auf das Auge speciell auf die Netzhaut zu sehen, durchschnitt Wagenmann bei Kaninchen isolirt die einzelnen Ciliargefässe vor ihrem Eintritt in den Bulbus und beobachtete dann mit dem Augenspiegel die ein- tretenden Veränderungen, um dieselben später auch noch mit dem Mikroskope stucliren zu können. Durchschnitt er z. B. beim braunen Kaninchen die mediale Ciliararterie, so zeigte sich Folgendes: Nach einer halben Stunde eine grauweisse Trübung in der Peri- pherie des Augenhintergrundes innen und innen unten. Nach 2 Stunden: Trübung auf der ganzen medialen Retinahälfte scharf in verticaler Linie gegen den übrigen Fundus abgegrenzt. Die- selbe erreicht aber die Mittellinie nicht, sondern bleibt der Gefässver- zweigung der medialen Ciliararterie entsprechend auf die mediale Seite beschränkt. Stets ist die Abgrenzung der Trübung scharf und der Ueber- gang in die getrübte Parthie ein plötzlicher. Nach 6 Stunden: Höhepunkt der Trübung. Nach 2 Tagen: bildet sich die Trübung langsam zurück. Am 5.—6. Tage verschwindet die netzartig gewordene Retinaltrüb- ung rasch und es treten in dem nun gelblich oder gelbroth verfärbten Augenhintergrunde Pigmentklümpchen auf. Die Pigmentirung nimmt rasch zu. Alle Retinalgefässe bleiben normal. Von der 2.—3. Woche an nimmt die Pigmentirung des betreffen- den verfärbten Bezirkes nur langsam zu. Die Aderhautgefässe werden auf grössere Strecken als helle Bänder sichtbar. Nur wo vorher die Netzhauttrübung bestand, treten die besproche- nen Veränderungen ein. Gerade die scharfe Abgrenzuug von dem nor- ') Experimentelle Untersuchungen über den Einfluss der Circulatiou in den Netzhaut- und Aderhautgefässen auf die Ernährung des Auges etc von Dr. A. Wagewmwnn. Archiv f. Ophtli. XXXV] 4.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21646041_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)