Die Entstehung der sphärischen Refraktionen des menschlichen Auges : (Übersichtigkeit - Normalsichtigkeit - Kurzsigtigkeit) / von Adolf Steiger.
- Steiger, Adolf.
- Date:
- 1913
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Credit: Die Entstehung der sphärischen Refraktionen des menschlichen Auges : (Übersichtigkeit - Normalsichtigkeit - Kurzsigtigkeit) / von Adolf Steiger. Source: Wellcome Collection.
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![daß man im allgemeinen bei der Aufnahme des Materials sowohl, als der Ableitung von Schlüssen nicht allzu wissenschaftlich vorging. Manche Forscher haben die Unzulänglichkeit ihrer Unter- .suchungsweise wohl gekannt, und sie haben deshalb auch nur die J]rgebnisse ihrer Kachforschungen mitgeteilt und sich weit- tragender Schlußfolgerungen enthalten. Andere freilich leiteten aus völlig ungenügendem Material mit verblüffender Sicherheit das ab, was sie vorher schon für richtig hielten. Erismann hatte bei seinen Untersuchungen in Peters- burger Schulen auch nach der Myopie der Eltern gefragt. Dabei kam er auf 30% Erblichkeit. Allein schon früh machten Cohn und Nagel auf die Unzuverlässigkeit derartiger Nachforschungen aufmerksam. Cohn verlangte deshalb, daß man gleichzeitig mit den Kindern auch die Eltern untersuchen müsse. Schon bei seinen Erhebungen aus dem Jahre 1865 fragte er die Kinder nach der Refraktion der Eltern. ,,Durch die Rückfrage bei den Eltern wurde noch manches Resultat festgestellt. Auf diese Weise erfuhr Cohn, daß von den 1004 gefundenen Myopen nur 2,7% einen kurzsichtigen Vater oder eine kurzsichtige Mutter liatten. Aber wie gesagt, Cohn selbst hält für beweisend nur Untersuchungen an Kindern und Eltern. Wir werden später sehen, daß auch diese Methode, obwohl sehr viel besser als die Nachfrage und unstreitig sehr wichtig und sehr interessant, die Erage bei weitem nicht erschöpfend klarzustellen vermag. Die 70 er Jahre brachten nun eine ganze Reihe von Arbeiten, die sich besonders auch mit der zu neuem Interesse erwachten Vererbungsfrage beschäftigten. Was damals als Methode benutzt wurde, ist es auch später geblieben mit allen Vorteilen und Schwächen. Eine wirkliche Bereicherung unserer Kenntnisse haben aber alle diese Untersuchungen nicht gebracht. Der Haupt- gesichtspunkt war der, daß man aus der Vergleichung der Re- fraktion von Kindern und Eltern gleich auf die prozentuale Häufig- keit der Vererbung schließen könne. Hie und da wurden auch noch die Geschwister berücksichtigt. Auf die Anregung Nagels hin erfolgten auch einige Paralleluntersuchungen. So untersuchte Scheiding^^ im Jahre 1876 Gym- nasiasten und verschaffte sich Angaben über die Augen der Eltern. Dabei fand er bei myopischen Eltern etwas mehr myopische Kinder als bei nichtmyopischen. Er hielt aber auch die Myopie bei Geschwistern für die Frage der Vererbung von großer Be- deutung. Freilich gab er der Refraktion dieser Geschwister eine](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21287855_0245.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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