Die Hygiene der Juden : im Anschluss an die Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden, 1911 / herausgegeben von dr. Max Grunwald.
- Max Grunwald
- Date:
- 1911
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Credit: Die Hygiene der Juden : im Anschluss an die Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden, 1911 / herausgegeben von dr. Max Grunwald. Source: Wellcome Collection.
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![Das jetzt fertiggestellte Werk „Hygiene der Juden“ Lat die Ausstellungsleitung der Anregung und dein Wunsche des Herrn Dr. Grunwald entsprechend, in Verlag übernoruinen. Es war als lite- rarische Ergänzung zu der geschiclitlichen Ausstellung ,,Hygiene der Juden“ gedacht und war ganz in dem Plane der Ausstellungsleitung ge- legen, die von vornherein der jüdischen Hygiene, in Erkenntnis ihrer weittragenden Bedeutung, großes Interesse eutgegenbrachte. Hatte doch Se. Exzellenz W^irkl. Geheimer Kat Dr. med. h. c. Lingner, schon in seinem 1908 erschienenen ,,Programm für die geplante Internationale Hygiene-Ausstellung zu Dresden“ folgende markante Sätze gebracht: „Die Geschichte der Hygiene zeigt uns eine der merkwürdigsten Erscheinungen in der Entwickelung der Menschen. Mit geradezu wunderbarer Klarheit erkannten die alten Kulturstifter die außer- ordentliche Bedeutung der physischen Beschaffenheit der einzelnen Individuen für das Staatsleben Sie folgerten, daß man, um das Volk gesund und glücklich zu erhalten, den ein- zelnen Menschen nicht ausschließlich seinen Naturtrieben iiberDssen, ihn nicht wie das Unkraut auf dem Felde aufwachsen lassen dürfe, sondern ihn planmäßig kultivieren müsse Aber auch das Wesen der ansteckenden Krank- heiten und die Maßregeln zu ihrer Bekämpfung, waren jenen alten Gesetzgebern schon vollkommen geläufig. Geradezu verblüffend sind die Vorschriften über die Inspektion und Desinfektion der Wohn- häuser und der Kleider. Man traut seinen Augen kaum, wenn man diese minutiösen, wohl gemerkt vor einigen Jahrtausenden erlassenen Verordnungen liest, es grenzt ans Wunderbare.“ „Welchen Einfluß eine solche sozialhygienische Gesetzgehung auf den Bestand eines Volkes ausüben kann, sehen wir an dem kleinen Volke der Juden. Zwar mußte es in seiner exponierten Lage, bei seiner geringen Kopfzahl dem kriegerischen Ansturm schließlich erliegen, aber nicht wie die Griechen und Römer ist dieser grandios organisierte Volksstamm einfach durch die Eroberer aufgesaugt worden und als Volksindividualität verschwunden, sondern er steht, dank seiner physischenBeschaffenheit und seiner strengen rassenhygienischen Gesetze heute noch im vollsten Glanze, in ungeschwäcliter Volks- kraft da und — man mag darüber denken wie man will — nimmt an der Behenschung der Welt kräftigen Anteil.“ Vor der Herausgabe des vorliegenden Werkes war der Unter- zeichnete als Vorstand der ,,Historischen Abteilung“ der Ausstellung damit betraut worden, seinen Inhalt einer Durchsicht daraufhin zu unterziehen, ob es dem Rahmen der Ausstellung angemessen sein würde. Diese kritische Ueberprüfung gestaltete sich nun ganz bedeutend schwieriger und erforderte eine viel zeitraubendere und genauere Durcharbeitung, als erwartet war, was mit ein Grund der oben erwähnten Verzögerung wurde. Die wesentlichste Schwierigkeit war die, mit der wir auch sonst zu kämpfen hatten: daß der Begriff der Hygiene noch nicht der All- gemeinheit geläufig ist, wie etwa der der Medizin, mul daß gerade diese beiden Begriffe vielfach durcheinander gemengt zu werden pflegen. Nun hat ja die biblisch-talmudische Medizin an sich gewiß auch viel Berührungs])unkte mit unserem Gebiet. Aber sie ist erst jüngst in dem großen Werk von Dr. Preuß grundlegend und umfassend](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24856708_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


