Ueber den Leichenbefund bei der orientalischen Cholera / von P. Phoebus.
- Philipp Phoebus
- Date:
- 1833
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Credit: Ueber den Leichenbefund bei der orientalischen Cholera / von P. Phoebus. Source: Wellcome Collection.
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![der Individualität des Subjects u.s.w. zuzuschreiben sey; — auf Angaben, die der nöthigen wissenschaftlichen Ge- nauigkeit enlbchren [bei denen z.E. die Bestimmung des Stadium, in welchem der Tod erfolgte, der Zeit, wie lange nach dem Tode geöffnet worden, od.dgl. fehlt]; — aul ganz undeutliche oder widersinnige Angaben, bei denen man nicht weifs, was man mit und aus ihnen machen soll;— auf manche blofs beurtheilende Anga- ben ohne Begründung des Urlhcils [wo z.B. von Ent- zündung oder Brand ohne rechtfertigende Beschreibung die Bede ist]; — auf nicht in der nöthigen Allgemein- heit ausgesprochene Beobachtungen; — auf Angaben, die eine bedeutende Unwissenheit in der Anatomie oder pathologischen Anatomie oder doch, auch ohne be- sondere Beleuchtung, eine gänzliche Unfähigkeit ihrer Urheber, über Veränderungen in Leichen als Folge von Krankheiten zu urtheilen, bekunden ; — auf offenbare Hyperbeln und Callotsche Phantasiegemälde. — Kurz ich war bemüht, nur wirklich brauchbare oder doch zu ferneren Untersuchungen anregende Notizen aufzuneh- men. Wenn bei einer solchen Auswahl einiger Einflufs der Individualität und der Willkühr vielleicht nicht ganz (6) Die arme Cholera hat nicht blofs eine Menge ganz alltäglicher oder kaum als pathologisch zu betrachtender oder höchst chronischer Ver- änderungen, die unglücklicherweise von den Obducenten ertappt wurden, unverschuldeter Weise auf ihr Sündenregister nehmen müssen [so z.B. Lungentuberkeln, melanotische Fleckung der Lungen, Abweichungen in der Lage oder Gestalt des grofsen Netzes, Zirbelsand, allerlei Geschwülste u.s.w.], sondern man hat ihr seihst allerlei Einrichtungen, welche der liebe Gott im menschlichen Körper normaler Weise zu treffen für gut befunden hat zum Vorwurf gemacht (so z.B. die Verschiedenheit in der Dicke der Wandungen beider Herzkammern, die Gefäfsfurchen in der Schädel- io] e, das Zellgewebe, welches die harte Rückenmarkshaut umgibt, u.s.w ). Difficilc est satyram non scribcre. — Eine Anzahl von Ab- weichungen, die ich selber offenbar nur zufällig in Cholera-Leichen getunden habe, behalte ich mir vor, anderweitig zu benutzen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22354736_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


