Ueber den Leichenbefund bei der orientalischen Cholera / von P. Phoebus.
- Philipp Phoebus
- Date:
- 1833
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Credit: Ueber den Leichenbefund bei der orientalischen Cholera / von P. Phoebus. Source: Wellcome Collection.
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![J dersprechen. Es -würde ein solches Verhalten eine Aus- nahme von der Ptegel seyn, dafs blutreiche und an acu- ten Krankheiten gestorbene Körper rascher faulen als blutarme und an chronischen Krankheiten gestorbe- ne (389); aker e$ finc]e{ auch in der That nicht statt, wie folgende Data hinreichend beweisen werden. Bei der 5jährigen Wilde, deren Krankheit 12 Stun- den gedauert hatte, faind ich 15 Stunden nach dem Tode, > warum führen die Wiener Aerzte selbst dies nicht an?), und dafs Czer- mak an dein seit 4 Tagen aus einem Cholera-Leichnam herausgenom- menen Darmcanal (wie ist dieser aufbewahrt worden?) keine Fäulnifs- Veränderung bemerkt habe.] behaupten. Dagegen behaupten Schneemann [i.a.W. S.25. „Die Verwesung der Leichen geht aber keineswegs immer so langsam vor sich, als man in der Regel angiebt, denn ich habe öfters schon 6 bis 8 Stunden nach dem Tode die Bauchdecken an einzelnen Stellen grün gesehen, wobei ich freilich nicht verschweigen darf, dafs die meisten Sektionen in der wärmsten Jahrszeit von mir vorgenommen sind.”], Stromeyer [i.a.W. S.74.], Braumueller [i.a.W. S.25.] uud Holscher [i.a.W. S.10.], dafs die Fäulnifs wie gewöhnlich eintrete. Auch zeigten nach Zimmermann [a.a.O.] die meisten Leichen um den Nabel herum einen grünen 'Ver- wesungshof. In einigen Zeugnissen wird sogar eines ungewöhnlich raschen Fau- lens erwähnt, s.Gerson u.Julius Magaz. IV. S.259., Jameson i.a.W. S.51., Lichtenstaedt d.Chol.in Rufsld.i.d. J.1829 u.1830. S.62. (Ein Zeug- nifs von Alex.Smith [a.a.O. S.352. „ Scarce has the victim of cholera ceased to breathe in India, wken the livor of decomposition begins to make its appearance”.], welches Marx noch als hieher gehörig anführt, bezieht sich wohl nur auf die Farbenänderung der Haut gleich nach dem Tode, die noch nicht als ein Zeichen der stärkeren, vorzugsweise so genannten, Fäulnifs, betrachtet werden kann.) Man darf nicht vergessen, dafs die meisten Beobachtungen an Cho- leraleichen in Hospitälern gemacht, und in diesen die Leichen wohl in der Regel viel früher, als es sonst gewöhnlich ist, aus den die läulnifs befördernden Betten herausgenommen und in luftige Räume gebracht wurden. Romberg (a.a.O.) bemerkt ausdrücklich: „Seitdem in meinem Hospitale vnrschriftsmäfsig die Todten 12 Stunden in einem gewärmten Zimmer und in wollenen Decken eingehüllt liegen müssen, nehmen die Bauchdecken öfters eine grüne Farbe an.” — Paradox ist Bastlers Behauptung, dafs die Leichen mumienartig vertrocknen [vgl.RADius Chol.Ztg. Nr.55. S.109]. (389) Burdach PA_ysfoi.HI. S.634.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22354736_0268.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


