Ueber den Leichenbefund bei der orientalischen Cholera / von P. Phoebus.
- Philipp Phoebus
- Date:
- 1833
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Credit: Ueber den Leichenbefund bei der orientalischen Cholera / von P. Phoebus. Source: Wellcome Collection.
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![2C9 nachzuweisen, hat viele achtbare Aerzte beschäftigt, wel- che meist darin Übereinkommen, dafs zwar ein solcher wirken; nicht so vielleicht die größeren, denn Köhler, nachdem er ei- nige solcher gröfseren Bewegungen beschrieben bat, bemerkt: „Nach ei- nigen Augenblicken kehrten in einigen Fällen die so aus ihrer früheren Lae versetzten Theile in dieselbe wieder zurück, in den meisten aber blieb die neu angenommene Stellung unverändert, oder nahm erst nach einer geraumen Zeit die naturgemäfse gewöhnliche Lage wieder ein”. — Wolowski (Äeeue medic. Mars 1832. S.499, 500.) bemerkt: ,, Immedia- tement apres la mort, si Von vient ä etendre les membres et qu’on les abandonne a eux memes, ils reviennent au point de flexion oü ils se trouvaient d'abord.” Auch v.Reider, (der die Zuckungen nur bis zu einer halben Stunde nach dem Tode angibt), sagt: „Bringt man die Fin- ger mit Mühe und Kraft in eine ausgeslreckte Stellung, so kehren sie mit Nachlafs der letzteren schnell und mit Gewalt in ihre frühere ge- beugte Stellung zurück.” (Aehnliches beobachtete ich, s.oben S.265. Z.14-17.) — v.Reider bemerkt auch noch: „Das Spiel der Finger -- endete immer mit Einziehung derselben in die Handfläche in Form einer nicht festgeschlossenen, geballten Faust mit ausgestrecktem Daumen”. Dies ist aber bei Cholera-Leichen und bei Leichen überhaupt eine ziemlich gewöhnliche Stellung, und ein Aufhören der Bewegung in der- selben wird wohl in der Regel nur eine Rückkehr zu derselben seyn. — Stromeyek (an den Gesichtsmuskeln) und Mather konnten die Bewe- gung der Muskeln auch fühlen * (,,grasping the arm, an obscurely tremulous motion was feit pervading its muscles”: Mather bei J.Ken- nedy, the liist.of the contag. Chol. LonrZ.1831. S.117). — Mehrere Be- obachter bemerken die Aehnlichkeit der Erscheinung mit den Zuckun- gen, welche durch den Galvanismus bei Todten hervorgerufen werden. — Die vorhandenen Beobachtungen genügen nicht, um etwa eine Regel aufzufinden, in welchen Muskeln am längsten Zuckungen stattfanden, ob vielleicht die von gewissen Nerven versorgten Muskeln es länger als an- dere thaten. Doch scheint es fast, als erhielten sich die Zuckungen in den oberen Körpertheilen, den oberen Extremitäten, länger als in den unteren [vgl. namentlich meine Beobachtungen]. — Die Zuckungen be- gannen bisweilen sogleich, ohne merklichen Zwischenraum, nach dem Tode [Becker F.a.W. S.13.], andremal 10-15 Minuten nach demselben, häufig (wenigstens wurden sie dann erst beachtet) noch später. Sie dauerten von \ bis zu mehreren Stunden, doch wohl nie ohne Unter- brechung. Am häufigsten hörten sie etwa 1-3 Stunden nach dem Tode auf; doch wurden sie in Einem Falle [Sokolow] noch 6-7 Stunden, in einem anderen [Köhler] sogar eilf Stunden nach dem anscheinenden Tode bemerkt. In dem KöHLERseben Falle waren sie zugleich beson- *) Vgl. A.C.Mayer a.a.O. S.87. Z.11,12.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22354736_0279.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


