Ueber den Leichenbefund bei der orientalischen Cholera / von P. Phoebus.
- Philipp Phoebus
- Date:
- 1833
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Credit: Ueber den Leichenbefund bei der orientalischen Cholera / von P. Phoebus. Source: Wellcome Collection.
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![sultate waren ziemlich ähnlich. Der Darmcanal verhielt sich, namentlich auch in Hinsicht der gleich anfangs ent- stehenden Extravasate, wie im vorigen Falle, doch hatte er, namentlich auch am Dickdarm, weniger ganz rnifs- rathenc Stellen; im Duodenum hatte sich ein gröfseres Extravasat zwischen den Darmhäuten gebildet, von wel- chem aus. auch durch einen Puls in der Schleimhaut et- was Masse in die Höhle des Darms ausgetreten war(G3). Der Magen war bedeutend besser als im vorigen Falle, im Ganzen ziemlich gut injicirt, zeigte aber auch stel- lenweise kleinere und ein gröfseres Extravasat. Bauch- fell und Harnblase waren, wie im vorigen Falle, nur sehr mittelmälsig injicirt. Die parenchymatösen Organe, na- mentlich die Leber, hatten diesmal mehr Masse aufge- nommen, die Leber war wenigstens stellenxveise, beson- ders auf der Oberfläche, erträglich injicirt. Die ^4rte- riae vasorum waren reich angefüllt. Es fehlte nicht an kleinen Extravasaten im atmosphärischen Zellgewebe ver- schiedener Gegenden. Bei dem 27jährigen Dekus, der nach etwa 2 Ta- gen gestorben, hager, aber ziemlich muskulös war, und bei dem sich im Aeulseren und in den drei grofsen Höhlen die gewöhnlichen Cholera-Erscheinungen deutlich aus- (63) Durchaus zu allgemein ist die Bemerkung von Boehr [ der sich an!' Injeclionsvei’suche von Dif.ffenbach berul't; Cholera-Archiv, Bd.3. S.177.]: „Wenn man nämlich die Arlerien und Venen einer nicht an der Cholera gestorbenen Leiche ausspritzt, so dringt die In- jectionsmasse zwar überall in die feinsten Gefäfse, erscheint aber nicht aui der Oberfläche der Organe. Bei durch die Cholera Getödleten aber kann man das Lumen des gesammten Darmkanals mit dieser Blasse an- füllen”. Auch bei anderen Leichen extravasirt, wie jeder Anatom weifs [vgl.IIiLnEBRANDTs Anat.v.Weber, Bd.IV. S.277.], nicht selten die In- jectionsmasse in den Darmkanal; hei den Cholera-Leichen scheint dies nur, soweit die wenigen bis jetzt an solchen angestellten Injectionen ein Uriheil erlauben, leichter und häufiger zu geschehen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22354736_0068.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


