Entwurf einer pathologisch-anatomischen Propädeutik / von Jos. Engel.
- Josef Engel
- Date:
- 1845
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Credit: Entwurf einer pathologisch-anatomischen Propädeutik / von Jos. Engel. Source: Wellcome Collection.
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![Folgendes zu beobachten: die Richtung des Schnittes soll so viel wie möglich in die Längenachse des zu untersuchenden Theils, nie in eine schräge, selten in die Querachse fallen. Auch Höhlen müs- sen in der Richtung der Längenachse eröffnet werden; nie soll ein Organ in zwei Hälften vollkommen getrennt werden, dass der Ein- schnitt nicht zum Durchschnitte wird. Sollte eine weitere Schnitt- führung wünschenswerlh sein, so erfolge diese abermal nach der angegebenen Regel, d. h. vom Hauptschnitte aus geschehen Ein- schnitte in die Hälften nach der Richtung der Hauptachse, und so fort so lange, bis es zur vollständigen Untersuchung genügt. Bei den jedesmaligen Schnitten ist die grösste Reinlichkeit zu beobachten, Instrumente und Schnittflächen müssen mit Wasser von den darüberfliessenden Theilen vollkommen abgespült werden. Die Ordnung gebietet eine passende Lage der Instrumente; jene, die öfters gebraucht werden, lege man sich näher, entfern- ter aber jene, die seltener erforderlich sind. Jedes gebrauchte In- strument ist an den bestimmten Platz zurückzulegen. Anstand beim Seciren ist ein nothwendiges Erforderniss. Rohes Verfahren und beständiges Umhertrippeln sind zu vermeiden; man verlasse nie ohne Notli den einmal eingenommenen Platz, und beobachte Ruhe und Gelassenheit. Unruhe ist ein Zeichen von Ver- legenheit. Das Anfühlen der Theile soll nicht in planloses Betasten aus- arten; wird letzteres oft wiederholt, so spricht es immer von Ver- legenheit — es ist ein geschäftiges Nichtsthun. Eben so lasse man beim Zerreissen, Zerbrechen der Theile nie den Anstand aus den Augen. Objecte der Objecte der pathologisch-anatomischen Untersuchung sind: jntersuchung. a) (]je Lage und Verbindung der Organe; b) die Grösse, Masse und Zahl der Gegenstände; c) die Cohäsion (Consistenz) und Elasticität, die Dehnbarkeit und Spannung; d) die Gestalt; e) die Farbe, der Glanz, der Grad der Durchsichtigkeit; f) der Geruch; g) der verschiedenartige Inhalt (fester oder flüssiger) ; h) die Lage und gegenseitige Verbindung der kleinern Theile zu einem Ganzen (Gefüge und Gewebe). Die angegebene Ordnung soll ohne Nolli nicht geändert wer- den; sie allein sichert vor der Auslassung der einen oder der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22368395_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)