Ueber die Entwickelung der Knochensubstanz nebst Bemerkungen über den Bau rachitischer Knochen / von Prof. Heinrich Müller.
- Müller, Heinrich
- Date:
- 1858
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Credit: Ueber die Entwickelung der Knochensubstanz nebst Bemerkungen über den Bau rachitischer Knochen / von Prof. Heinrich Müller. Source: Wellcome Collection.
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![normalen Waclislhum die Knochenzellcn in der Regel wenigslcns als eine ganz junge Brut anzusehen sein. Von diesen jungen Zellen aber ist es schon an den üusserslen Enden der Markrüume zum Theil zweifelhaft, ob sie die unmittelbaren Abkömmlinge der Knorpelzellen sind, deren Stelle sie einnehmen, und weiter rückwürls, wo sich in grosser Entfer- nung vom Knorpel neue Knochenschichten von den grösserenMarkräumen her anlegen, ist es sicher, dass die Knochenzellen nicht unmittelbar aus den Knorpelzellen, sondern aus den Zellen des weichen Marks hervorgehen. Hier steht somit Zahl, Form und Anor(]nung der Knorpel- und Knochen- zellen in gar keinem bestimmten Verhaltniss zu einander, und es mögen die letztern zum Theil nur sehr entfernt von den erstem abstammen. Es ist sogar keineswegs sicher, wie viele von den neuen Knochenzellen über- haupt Abkömmlinge der Knorpelzellen sind, welche von der verkalkten und dann schwindenden Grundsubstanz umschlossen waren, und ob nicht ein Theil derselben von üanz anderen Zellen abstammt. Es sind nämlich bei der Frage nach dem Ursprung der Mark- zellen auch die Kanäle zu berücksichtigen, welche den Knorpel an den Enden der Röhrenknochen vor der Ossification durchziehen. Bidder und H. Meyer haben die Bedeutung dieser Knorpelkanäle sehr gering angeschlagen^), wogegen sich KöUiker mit Recht erklärt hat, da die- selben in den grösseren ossificirenden Knorpeln von Neugeborenen und älteren Fötus conslant vorkommen. Die in ihnen frühzeitig entwickel- len Blulgelässe stehen , wie E. H. Weber schon angegeben hat (Meckel's Archiv 1827 S. 235), sowohl mit denen des Perichondrium, als mit denen des ossificirten Miltelslücks in Verbindung. Der Inhalt derselben verdient den von Meyer mit Unrecht so sehr verworfenen Namen des Knorpelmarks durchaus, indem dieselben nicht selten eine Masse ent- halten, welclie dem fötalen Knochenmark völlig entspricht, nämlich Blut- gefässe und Maikzellen in eine mehr oder weniger entwickelte weiche Substanz eingebellet. In anderen (jüngeren) Kanälen trifTt man klein- zellige Massen, welche dem Knorpel noch mehr oder weniger nahe stehen, zum Theil mit longitudinaler Spaltung der Grundsubslanz und analoger Form der Zellen. Was die Entwickelung dieser Knorpelkanäle betrifft, so glaube ich reu Richtungen in ramificirte Forlsülze ans, die vielleicht theilweise anastortiosi- ren, so dass sie sehr grossen Bindegewebsiiörperchen ganz iihnlich werden. Die Grundsubslanz erleidet mittlerweile Iheils eine Erweichung, llieils eine Zerfase- rung. Da dieser Vorgang vom Innern der Interverlebralscheibe aus sich ver- breitet, und zwischen den wahren Wirbeln früher, am Schwanz später auftritt, so kann man hier alle Uebergangsslufen theils hintereinander, Ibeils nebenein- ander beobachten. Fig. 13 zeigt einige Zellen aus dem Zwischenwirbelband des Lumbaltheils von einem Szölligen Rindsembryo. 1) Es ist jedoch nicht zu übersehen, dass ßidder vorzüglich und mit Recht gegen die ällereAnsicht kämpfte, wonach dieIvnorpelkanäie als die bereits vollkommen vorgebildeten Markkanälchcu des Knochens angesehen wurden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21478879_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)