Ueber die Entwickelung der Knochensubstanz nebst Bemerkungen über den Bau rachitischer Knochen / von Prof. Heinrich Müller.
- Müller, Heinrich
- Date:
- 1858
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Credit: Ueber die Entwickelung der Knochensubstanz nebst Bemerkungen über den Bau rachitischer Knochen / von Prof. Heinrich Müller. Source: Wellcome Collection.
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![und Vcrdickungsschiehlen verschmelzen zu der Grundsubslanz des Kno- chens, indem sie einen lamellösen Bau annehmen. Ein grosser Theil der ueugebildelen oder in Bildung begriffenen Knochensubstanz wird aufge- löst und es entstehen so die mit Mark gefüllten Baume, zwischen denen die Reste des verknöcherten Knorpels als die Bäikchen der spongiösen Substanz Ubri bleiben. Eine ähnliche Anschauungsweise scheint ausserdem auch in Frank- reich und England jetzt die herrschende zu sein. Ch. liouget^) hat kürzlich eine Darstellung der histologischen Verhältnisse des Knochensystems ge- geben , welche sich durchaus an die neuesten Angaben der deutschen Autoren anschliesst, und Robin hält in einer so eben veröffentlichten aus- führlichen Beschreibung der Einwirkung vonGlycerin auf Knochen^) seine früheren Ansichten Uber diese fest^). Derselbe weicht zwar darin ab, dass er die Anwesenheit der Kerne und Zellen in den Knochenkörperchen leugnet, aber auch nach ihm gehen die zackigen Knochenhöhlen direct aus den Knorpelhöhlen und die Grundsubstanz des Knochens aus der des Knorpels durch Verkalkung hervor. Tomes dessen Arbeilen über Knochenstruclur*) sich einer grossen Autorität mit Recht erfreuen , hat in einer mit De Morgan publicirten neueren Abhandlung^) die früher von ihm geleugnete directe Umwandlung der Knorpel- in Knochenhöhlen ebenfalls acceplirt; doch nehmen diese Autoren das Hervorgehen des Knochens aus Knorpel allerdings nicht in so grosser Ausdehnung an, als dies sonst gewöhnlich geschieht. Eine Beihe von Beobachtungen, welche ich seit einiger Zeit an Kno- chen auf verschiedenen Stufen der Entwickelung angestellt habe, nöthigt mich zu einer abweichenden Ansicht, welche ich im Folgenden kurz zu- sammenfasse : Die ächte, aus lamellöser Grund Substanz mit strah- ligen Höhlen und Zellen bestehende Knochenmasse ent- steht ]3ei Menschen und Säuget hier-enüljerallaufdieselbe Weise; slrahlig aus wachsen de Zellen werden von einer zuerst weichen, aber alsbald sklerosirenden und ver- kalkenden Grundsul)stanz umschlossen. Dies gilt nicht nur für die Entwickelung der secun- d ä r e n Knochen und das periostale W a c h s t h u m d e i' Übri- gen, sondern auch da, wo d e r K n ochen direct aus Knorpel h e r V 0 r z u g e h e n s c h e i n t, u n d z w a r sowohl b e i d e m A u f t r c- 1) Developpcruent et slruclure du Systeme osseux. Paris 1X56. 2) Gazelte med. de Paris 1857. Nr. U ii. 16. 3) Mem. de In soc. de Biologie, annee 1850. S. H9. 4) Cyclopaedia of anatomy, Art. Osseous tissue. 5) Observations on tlie Structure and Development of bone. Philos. Trans, of Uie Royal Soc. 1853. I. S. 109. 10*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21478879_0007.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)