Ueber die Entwickelung der Knochensubstanz nebst Bemerkungen über den Bau rachitischer Knochen / von Prof. Heinrich Müller.
- Müller, Heinrich
- Date:
- 1858
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Credit: Ueber die Entwickelung der Knochensubstanz nebst Bemerkungen über den Bau rachitischer Knochen / von Prof. Heinrich Müller. Source: Wellcome Collection.
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![fötiis zeigte bereits Anfänge von Haversisclien Kaniilchen in der knöchernen Rinde, an Stellen wo die Verkalkung das Centrum des Knorpels noch nicht erreicht halle*). An einem 1 Zoll langen frischen menschlichen Fötus dagegen konnte ich mich durch die Gefälligkeit von Prof. AoMer überzeugen, dass in Femur und Tihia die Verkalkung im Innern des Knorpels begann und dort Höhlen von 0,012 — 0,02'' einschloss, während die Zellen der Apophysen nur 0,005—G maassen. Diese Kalkkerne erreichten die Oberfläche des Knorpels noch nicht und es war Ijberhaupt noch keine peripherische verkalkte Schicht da, nui am Femur war ein Anfang von sklerosirender Substanz an der Gränze des Knorpels zu erkennen, jedoch noch ohne Kalk. Fernere Beobachtungen n)üssen nachweisen, ob es vielleicht speci- fische Verschiedenheilen in dem Verhalten bei iMenschen und Säugethieren gibt, aufweiche sich die widersprechenden Angaben von Bruch und Reichert reduciren lassen, welche dem Angeführten zufolge vermuthlich beide auf richtigen Beobachtungen fussen, denen jedoch nach beiden Sei- ten eine allgemeinere Geltung; zugeschrieben wurde als ihnen zukommt. Es kommt indess auf diese Chronologie in dem Auftreten tler Knor- pelverkalkung und der peripherischen Knochenrinde hier wenig an ; die Hauptsache ist, dass letzlere nicht aus dem eigentlichen Knor- pel hervorgehl. Ich muss in dieser Beziehung besonders hervorliehen, dass man nicht mit Reicherl (a. a. 0. S. 50 I) die centr.ile und die in der Rindenschicht auftretende Ossificalion einander gleichsetzen darf, als Dinge, die sich nachher zu einem gleichmässigen Ganzen vereinigen können. Die Ver- schiedenheit ist eine viel tiefer gehende, indem die verkalkte Knorpel- masse, sei der Ausgangspunkt central oder periplierisch , nie Knochen wird, sondern erst wieder zerfällt, um mit dem Auftreten gefässhaltiger Markräume der Bildung von Knochensubslanz im Innern Raum zu geben. Die peripherische Knochenrinde dagegen wächst direcl durch Apposition von aussen her, von dem weichen, zelligen Lager aus, das sich an ihi er Oberfläche i)cr]ndet. Diese Masse erreicht bisweilen eine beträchtliche Dicke, was das rasche Dickenwachsthum der Knochenröhre erklären hilft. Kine sehr gute Anschauung darüber, dass die Knorpelverkalkung und die peripherisch gebildete Knochenröhre zwei wesentlich verschiedene Dinge sind, obschon ihre Grundlagen ohne scharfe Gränzen in einander über- gingen, gaben Querschnitte durch den Oberschenkel des erwähnten 3zöl- ligcn Rindsfötus. Es war hier die mit longiludinal gestellten Zellen ver- sehene Rindenschicht des Knorpels stark entsvickelt und obschon hier die 1) Wenn Bruch (S. 69) ansibt, dass der .\chsenlhcil des Vci knöclierunsisrandes län- gere Zeit voraus bleibt und dalier eine convcxe Kegelflacho bildet, so ist dies für den a. a. 0. abgebildeten Wirbclkorper richlig und mag vielleicbt auch bei beb- ten Röhrenknochen vorkommen , aber allgemein ist jenes Verhalten bei den Rührenknochen von Säugelhiercnibryonen nicht.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21478879_0054.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)