Diagnostik der inneren Krankheiten auf Grund der heutigen Untersuchungsmethoden : ein Lehrbuch für Aerzte und Studierende / von Oswald Vierordt.
- Oswald Vierordt
- Date:
- 1901
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Credit: Diagnostik der inneren Krankheiten auf Grund der heutigen Untersuchungsmethoden : ein Lehrbuch für Aerzte und Studierende / von Oswald Vierordt. Source: Wellcome Collection.
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![wärts treten kann, dann Avird eben die Kuppe zum Punctum fixum, und der Thorax wird in der Gegend der Zwerchfellinsertion ein- und auf- wärts gezogen; ausserdem aber sinkt die seitliche Thoraxgegend oberhalb der Zwerchfellinsertion deshalb so stark ein, weil hier der Thorax am weichsten und überdies häufig auch die Differenz zwischen Aussen- und Innendruck am grössten ist. Auch exspiratorische Vor Wölbungen finden sich zuweilen in den Supra- claviculargruben, und zwar bei starkem Emphysem der oberen Lungenpar- tien (wie es z. B. nach Keuchhusten auftritt); ferner in oberen Intercostal- räumen bei mit der Brustwand verwachsenen grossen Cavernen, also bei der Lungenphthise. Es gehört zum Zustandekommen dieser Erscheinung immer ein starker positiver Druck im Thorax; sie wird deshalb nur bei sehr forcirtem Eocspirium und besonders beim angestrengten Husten beobachtet. Bei Lungencavernen mit exspiratorischen Vorwölbungen (besonders häufig im 2. Intercostalraum) fanden Avir mehrmals den betreffenden Inter- costalmuskel sehr stark geschwunden, zum Theil fettig degenerirt. Vervollständigt v^ird endlich das Bild eines solchen Unglücklichen durch den Ausdruck der subjektiven Beklemmung^ bisv^eilen der furcht- barsten Todesangst, durch den eigenthümlichen Ausdruck der Augen, der durch die der Dyspnoe zukommende Püpillenerweiterung und ge- legentliche Vordrängung der Bulbi bedingt ist^); endlich durch die Cyanose und häufige kühle Schiveisse^). Je nachdem nun das In- oder das Exspirium oder beide erschwert sind, bezw. die Thätigkeit der auxiliaren Athemmuskeln verlangen, unter- scheiden wir: eine rein oder vorwiegend inspiratorische, eine rein oder vorwiegend exspiratorische, eine gemischte Dyspnoe. Die inspiratorische Dyspnoe tritt ganz rein auf bei der Lähmung der Mm. cricoarytaenoidei postici (Glottiserweiterer); hier ist das Ex- spirium frei, weil der exspiratorische Luftstrom die Stimmbänder aus- einanderdrängt; der inspiratorische legt sie dagegen ventilartig anein- ander, und dadurch kann die Inspiration bis zur Erstickungsgefahr gehemmt sein. Tumoren und Fremdkörper im Kehlkopf ]^6wiQTi übrigens auch zuweilen so sitzen, dass sie durch ventilartigen Schluss fast aus- schliesslich das Inspirium beeinträchtigen. — Ferner tritt bei Lähmung gewisser Athemmuskeln, wie früher S. 81 erwähnt, inspiratorische Dys- pnoe mit erhöhter Thätigkeit anderer auf, z. B. bei Zwerchfelllähmung; hier sieht man eine erhöhte Thoraxathmung, eventuell unter Mitwirkung der auxiliaren Muskeln. Die rein exspiratorische Dysjynoe beobachtet man bei imterhalb der Glottis sitzenden, beweglichen Tumoren: sie werden durch den exspira- 1) 8. „Nervensystem. — 2) s. diese.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21166961_0108.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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