Die Vererbung innerer Krankheiten / von Wilhelm Weitz.
- Weitz, Wilhelm, 1881-
- Date:
- 1949
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Credit: Die Vererbung innerer Krankheiten / von Wilhelm Weitz. Source: Wellcome Collection.
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![I glichen, die ohne Herzbeschwerden waren und wegen irgendwelcher, den Blutdruck nicht beinflussenden Leiden die Polildinik aufgesucht hatten. Die Abb. 8 gibt die erhaltenen Werte wieder, und zwar sind sie durch Säulen dargestellt (schwarze für beliebige Personen, schwarzweiße für Probandengeschwister], Verbindet man die Gipfel der schwarzen Säulen, so erhält man Variabilitätskurven, in denen die mittleren Werte am häufigsten und die niederen und höheren um so seltener sind, je mehr sie von dem Mittelwert abweichen. Verbindet man dagegen die Gipfel der schwarz-weißen Säulen, so erhält man eine zweigipflige Kurve, deren einer Gipfel sich über den niedrigen und deren andere sich über den hohen Blutdruck¬ werten Erhebt, Unter den von uns untersuchten Probandengeschwistern waren mehrere im jugend¬ lichen Alter, und sie hatten deshalb möglicherweise trotz bestehender Anlage noch keinen hohen Blutdruck, Zählen wir von den Probandengeschwistern nur jene, die älter als die Probanden waren, so bleiben 47 Geschwister von 30 Probanden übrig, von diesen hatten 20 einen Druck über 150 und 18 einen Druck über 160. Nun hatten aber 11 Probanden angegeben, daß sie je einen älteren Geschwister an Herz¬ leiden oder Schlaganfall verloren hätten. Würden diese 11 Geschwister noch leben, so würde wahrscheinlich die Mehrzahl von ihnen als Hypertoniker erfaßt sein, womit das Zahlenverhältnis von Nichthypertonikern zu Hypertonikern unter den Ge¬ schwistern der Probanden ungefähr 1 : 1 würde. Zu einem ähnlichen Resultat kommt man auch, wenn man nur jene Geschwister berücksichtigt, die das 55, Lebensjahr überschritten haben. Die Hälfte von ihnen schien an Hypertension zu leiden oder an ihren Folgen gestorben zu sein. Wenn nach unserer Feststellung wahrscheiidich je ein Elter imserer Probanden und die Hälfte der Geschwister an dem gleichen Leiden erkrankt, so ist das für domi¬ nanten Erbgang beweisend. Im gleichen Sinne spricht das vielfach beobachtete Vor¬ kommen des Leidens in drei und mehr Generationen, Die Abb, 9 und 10 geben ent¬ sprechende Sippentafeln wieder. Waiieriucht 49 3. »î* i í Waóser-'f' ^pople^í rhh Glicht ▼ y/p 3^ 5UCht 49 O é 9 Ï ijr дг 643. бза- 52 J. 42 a. 135 195 Apo- Lunge = plexie x;e 50 3 cf d ^ 68J 58^ 50 J. 135 130 160 Abb. 9: Hypertension mit verschiedenen Todesarten (eigene Beobachtung). Zahlen Blutdruckwerte + 510. Schlag I Schlag •-^520. Schlag C61D. 250 Abb. 10: Hypertension (eigene Beobachtung). Alle Erkrankten an Schlaganfall gestorben Das Ergebnis dieser Untersuchungen ist von zahlreichen Autoren bestätigt worden, Rosenbloom beschreibt eine Familie, in der beide Eltern im Alter von 45 Jahren an Schlaganfall gestorben waren. Unter 10 Kindern waren 8, die im Alter von 40 bis 49 Jahren standen, Hypertoniker. 4 von ihnen waren bereits vor dem 47. Lebensjahr an der Krankheit gestorben. 68](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b18020343_0073.JP2/full/800%2C/0/default.jpg)