Klinische Diagnostik innerer Krankheiten mittels bakteriologischer, chemischer und mikroskopischer Untersuchungsmethoden / von Rudolf v. Jaksch.
- Jaksch, Rudolf v., 1855-1947.
- Date:
- 1887
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Credit: Klinische Diagnostik innerer Krankheiten mittels bakteriologischer, chemischer und mikroskopischer Untersuchungsmethoden / von Rudolf v. Jaksch. Source: Wellcome Collection.
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![7. Haemoglobinaemie. Unter Haemoglobinaemie (1) versteht man das Auftreten von gelöstem Haemoglobin im Blute; die Folge der Haemoglobinaemie ist dann Haemoglobinurie, welche nur dann auftritt, wenn Milz und Leber nicht im Stande sind, die aus dem Zerfall der rothen Blutkörperchen innerhalb der Blutbahn hervor- gegangenen Partikel zu verarbeiten. Von dem Vorhandensein von gelöstem Blutfarbstoff im Blute kann man sich leicht in folgender Weise überzeugen: Man entnimmt dem Kranken mittelst eines blutigen Schröpfkopfes etwas Blut und bringt dasselbe sofort in einen Eisschrank. Nach 24stündigem Stehen hat sich, wenn es sich um normales Blut handelt, vollständig klares, gelblich gefärbtes Serum abgesetzt; ist Haemoglobinaemie vorhanden, so zeigt sich nun über dem Blutcoagulum eine klare, jedoch schön rubinrothe Flüssigkeit. Die Untersuchung des klaren Blutserums mit dem Spectralapparate ergibt im ersteren Falle einen schwachen Absorptionsstreifen im blauen Theile des Spectrums bei F, welcher wohl von dem Lutein [Tudichum (2), Maly (3), Munn (4) und C. Vierordt {$]\ herrührt, während im letzteren Falle die charakteristi- schen Streifen des Oxyhaemoglobins sich finden. 8. Nachweis der Veränderungen des Blutstoffes. Der Nach- weis der oben angeführten Veränderungen lässt sich am einfachsten durch Anwendung des Spectralapparates führen. Für den klinischen Gebrauch ausreichende kleine derartige Apparate werden von Desaga in Heidelberg und Hoffmann in Paris in tadelloser Ausführung geliefert. Vorzüglich sind auch die Spectroskope von Browing. Beim Gebrauche dieser Apparate lässt man durch den Spalt des Instrumentes Tages- oder Lampenlicht einfallen und stellt zunächst mittelst des an jedem solchen Apparat angebrachten Fernrohres das Spectrum scharf ein, verkleinert bei Anwendung von Tageslicht den Spalt, bis die Frauenliof'er'sehen Linien sichtbar werden, und bringt dann zwischen den Spalt und die Lichtquelle die zu prüfende Blut- lösung. Ist dieselbe sehr concentrirt, so muss sie vorher verdünnt werden. Wird Lampenlicht oder überhaupt künstliches Licht verwendet, so empfiehlt sich, um über die Lage der Natriumlinie orientirt zu sein, in die Flamme etwas Kochsalz oder ein anderes Natriumsalz zu bringen. (1) Siehe Ponfick, Verhandlungen des Congresses für innere Medicin, 2, 205, 1883. — Stadehmmv, Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie, 15, 337, 1882 ; 16, 118, 221, 1884. — Afanasiew, Zeitschr. für ldin. Media 6, 281, 1883. (2) Tudichum, Journal für prakt. Chemie, 104, 257, 1S68. (3) Maly, Jahresbericht für Thierchemie, //, 126, 1882. (Referat aus den Monatsheften für Chemie. 2, 18.) (4) Charles A. Mac Munn, Maly's Jahresbericht für Thierchemie, 11, 210, 1882 (5) C. Vierordt, Zeitschr. für Biologie, 10, 21 und 399, 1874.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21060745_0070.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)