Volume 1
Handbuch der gesamten Augenheilkunde / herausgegeben von Prof. Arlt [and others] ; redigiert von Alfred Graefe and Theod. Saemisch.
- Date:
- 1874-1880
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der gesamten Augenheilkunde / herausgegeben von Prof. Arlt [and others] ; redigiert von Alfred Graefe and Theod. Saemisch. Source: Wellcome Collection.
19/506 page 5
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![Die mediale Wand zeigt gegen die resorbirende Macht des Alters in ihren einzelnen Thei- len eine merkwürdig verschiedene Widerstandsliihigkeit. Die Pnpicrplallc ist trotz ihrer grossen Zartheit doch in den meisten Fullen, selbst bei sehr allen Leuten, unversehrt. Sehr selten sind grössere Substanzverlusle derselben. Die Güttinger anatomische Sammlung be- sitzt einen Schädel (N. 2815), an welchem die ganze Decke einer über I Cm. breiten Siebbein- zelle resorhirt ist, wodurch eine Communication mit der Nase und eine Nebenhöhle der Or- bita von der Grösse einer kleinen Kirsche erzeugt ist. Ein undurchbrochenes Thränenbein dagegen gehört bei ausgewachsenen Menschen zu den Seltenheiten, besonders die vordere der Thriinengrube angehörige Hälfte zeigt last stets Durchbohrungen. Die Resoi'ptionsöffnun- gen können hier so gross werden, dass nur noch geringe Reste von Knochensubstanz übrig bleiben. Es kann auch durch Nähte, die in verschiedener Richtung verlaufen, in mehrere Stücke getheilt werden (Schwegel, Henle), ferner kann sich im oberen (Rousseau, Gruber) und vor- deren Rand (Rosenmüller, Luschka) ein Nebenthränenbein finden, und zuletzt kann durch Ab- trennung des vordersten Endes der Papierplatte ein zweites hinteres Thränenbein , wie es bei manchen Thieren constant vorkommt, gebildet werden. Von besonderer praktischer Wichtigkeit sind ferner die Varietäten des Hamulus lacry- malis. Derselbe kann einmal ganz fehlen und dann nach dem Zeugniss vieler Autoren (s. .Schultz) als ganz selbslständiges Knöchelchen auftreten und drittens kann er sich verdop- peln (Schwegel). Der zweite Haken hat seine Lage in diesem Falle über dem eigentlichen Hamulus, entspringt im unteren Drittel der Cr.ista Uicrym. posier, und verläuft wie der ächte zur Crista lacryin. ant. hin. Die Zahl Aer For. elhmoid. ist nicht ganz constant, doch ist nur das F. e. posier, als Ge- fässöffnung Varietäten ausgesetzt, das F. e. anterius scheint als Nervencanal wenig oder gar nie zu variiren. Ersteres kann nun ganz fehlen, oder wie es öfters vorkommt, sich verdop- peln. Vier For. ethm. gehören zu den grössten Seltenheilen (Luschka — Müllers Arch. 1857.) § 4. Die untere 0,5 — 1 Mm. dicke Wand der Augenhöhle ist durch eine sehr wenig gezahnte Naht mit der medialen verbunden. Sie hgt keine völlig horizontale Lage, sondern steht medianwärts am höchsten, während ihre Fläche nach vorn und nach der lateralen Seite hin abschüssig geneigt ist. Nur im vor- deren Drittel steht sie mit der lateralen Wand in directer Verbindung, hinten fällt sie sanft abgerundet in eine breite Spalte die Fissiirg orbitalis inferior ab, welche sie von der lateralen Wand trennt. (Fig. 4.) Sie ist, der oberen Wand correspondirend, dreiseitig, die Basis des Drei- eckes nach vorne, die Spitze nach hinten und medianwärts gerichtet und wird von drei Knochen gebildet. Auch hier ist die Form, wie bei der medialen Wand, lediglich durch einen Knochen bedingt, die Facies orbitniis des Oberkiefers (OAi), die beiden anderen vervollständigen nur die fehlenden Ecken. Der eine der Pro- cessus orbitalis des Gaumenbeins (OP) wird zur Spitze des Dreiecks und liegt dess- halb am weitesten nach hinten. Der andere Knochen, das Wangenbein {Os zi/go- mnticum 02) sendet eine verschieden lange zungenförmige Platte von der Seite her zu dieser Wand und bildet so ihren vordersten am weitesten lateralwärts gele- genen Theil. Ihre im Ganzen ebene und platte Oberdäche wird durch eine ca. 2 Mm. breite, 1 Mm. tiefe Furche in zwei entweder annähernd gleiche oder eine me- diale grössere und laterale kleinere Hälfte getheilt. Diese Furche, der Sillens infraorbilalis, Si, beginnt an der Fissura orbl. in [er. [Foi] und läuft gerade von hinlen nach vorn. Nach einem sehr verschieden langen Verlauf, oft gleich an seinem Beginne, oft auch vor der Mitte der ganzen Fläche senkt er sich schräg](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2041626x_0001_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)