Volume 1
Handbuch der gesamten Augenheilkunde / herausgegeben von Prof. Arlt [and others] ; redigiert von Alfred Graefe and Theod. Saemisch.
- Date:
- 1874-1880
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der gesamten Augenheilkunde / herausgegeben von Prof. Arlt [and others] ; redigiert von Alfred Graefe and Theod. Saemisch. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![gehl auch zwischen sie hinein, hier niedere Fallen bildend, Plicae ciliares (Krause), welche durch ihre dicke Pignientbedeckung sowohl, wie durch ihr Ver- bergeii liinler den proniinenlei'en Processus ciliares leichl der Beobachtung ent- gehen. Zwischen den Fiilten und Fiillchen dos Corpus ciliare ist der Muskel von einer dünneren glcichniässigcn Bindegewebslage bedeckt, die der Substanz dei' CiliarrortslUze identisch ist. Nicht immer gehen die Processus ciliares aus den Faltchen des Orbicuhis hervor, öfters erheben sie sich unvermittelt aus seiner Fläche, während die Fäll- chen ganz in die Bildung der Plicae ciliares aufgehen. Die Anzahl der Processus ciliares wurde in früherer Zeil, wo man wahrscheinlich viel an Thieraiigen beobachtele, sehr verschieden angegeben. Zwischen 44 (Pallucci) und 90 (Ruysch) schwanken die Ziffern. Nimmt man nur die mit blossem .\uge sichtbaren Forlsätze als eigentliche Processus ciliares an, so finde ich bei oft wiederholten Zählungen mit Zinn, Meckel, Krause, Henle und andren sehr constant die Zahl 70. Die Zahlen 69 und 71 sind mir ebenfalls begegnet, doch scheinen grössere Schwankungen nur sehr selten zu sein. Nicht leicht herrschte in einem Theil der Anatomie des Auges bei den alten Anatomeii eine solche Unklarheit wie gerade in Bezug auf den Ciliarkörper. Yesal legt ihn in den Aequator des Bulbus, die Späteren lassen ihn mit der Linse fest verwachsen. Heister und nach ihm Ca.mper, Haller, Zinn und Andere erkannten allmählig die richtige Gestalt. Beson- ders ist es Zinn , der eine treffliche Beschreibung dieser Theile liefert. Die Muskulatur des Corpus ciliare konnte begreiflicher Weise nicht sicher,erkannt sein, bis die optischen Hilfs- mittel hierzu ausreichten, und so müssen auch frühere Versuche eine Mu.skulatur zu finden wie z. B. von Boeuhave als misslungen bezeichnet werden. Erst Brücke und Tood-Bowm.vnn weisen ziemlich gleichzeitig in den vierziger Jahren die Existenz derselben nach. Die Ver- laufsweise wurde erst vor Kurzem dm-ch F. E. Sciiulze's sichere Methoden bis ins Detail er- kannt, von Iwanoff und Anderen bestätigt. Eine Trennung des Muskels in einen Tensor choroideae (BrCcke) und Coinpressor lent, (H. Müller) ist nach diesen Untersuchungen unstatthaft, indem beide Faserrichtungen di- gleiche Wirkung haben. Die Iris, der letzte Theil der mittleren Äugenhaut, welcher als durchbohi-l(-. völlig kreisrunde Scheibe frei ins Auge hineinragt, ist wie die Choroidea ein weiches und leichl zerreissbares Gebilde, welches nur in der Umgebung der Pu- pille grössere Festigkeit zeigt, und besteht aus einer bindegewebigen Grundlage, w elche von einer grossen Menge von Gefässen durchzogen ist und eine ausgebil- dete Muskulatur trägt. Sie erhebt sich aus der dem Innern des Auges zugekehr- ten freien Oberfläche des Ciliarkörpers, entsteht unmittelbar aus dem Gewebe der Processus ciliares und der zwischen diesen liegenden Bedeckung des Ciliar- nuiskels und ist gehallen durch ein aus netzförmigen Balken bestehendes Band, das Lig. peclinalum^] , welches vom Ende der Cornea abgehend, zur Basis der Iris eespannt ist, etwa in der Art, wie man einen horizontal gelegten Balken der herunter zu sinken droht, mit Stricken in seiner Lage hallen würde. ;Fig. H Lp.) Das Gewebe, welches die Gefässe umgiebl, ist ganz besonders locker, während sowohl nach hinten wie nach vorne von ihnen eine aus feslerm Bindegewebe be- stehende Platte liegt, hinten eine radiäre Anordnung der Fasern zeigend, wah- rend die bei vielen Thieren zu beobachtende circuläre Lagerung an der \order- 1) Die zwischen den Maschen desselben bleibenden Zwischenräume beschrieb man frü- her als Canalis Fontänae.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2041626x_0001_0042.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)