Allgemeine Konstitutionslehre in naturwissenschaftlicher und medizinischer Betrachtung / von O. Naegeli.
- Otto Nägeli
- Date:
- 1934
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Credit: Allgemeine Konstitutionslehre in naturwissenschaftlicher und medizinischer Betrachtung / von O. Naegeli. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![60 Beispiele genotypisch bedingter Erscheinungen und Mutationen beim Menschen. 3. Konstitutionelle Affektionen im Gebiete der inneren Organe trifft man nicht. Es ist noch nie (so schreibt auch Hurst) ein Fall von Perniziosa mit Ulcus ventriculi oder duodeni beschrieben worden. Die Ausnahme, Perniziosa 20 Jahre nach fast totaler Magenexstir- pation wegen Ulkus, ist ganz anders zu deuten! 4. Konstitutionelle Veränderungen des Knochen-Gelenksystems dürften gleichfalls extrem selten sein und würden sicherlich, wenn vorhanden, als zufällige Kombinationen gedeutet werden können. 5. Konstitutionelle Hautaffektionen kommen bei der ganzen Gruppe nicht vor, außer etwa bei Perniziosa, wo die manchmal vorhandene abnorme Pigmentierung als Mitbeteiligung des Adrenalsystems gedeutet wird. Aber auch das ist eine relativ recht seltene Begleit¬ erscheinung der Perniziosa. 6. Leichte Grade der Manifestation kommen vor, so besonders bei der Chlorose, bei den Retikulosen, bei den Angiomatosen, bei den Thrombopathien und mitunter für lange Jahre bei der Perniziosa. 7. Die Prozentzahlen des Vorkommens einer solchen Heredopathie in einer Familie sind naturgemäß bei der Hämophilie sehr groß. Sie sind auch bei den Kugelzellen-, Sichelzellen- und Ovalozytenzu- ständen bedeutend, desgleichen bei der Chlorose, den Thrombo¬ pathien, den Retikulosen, der OsLERschen Krankheit. Viel geringer sind sie bei der Perniziosa, bei der man nach dem heutigen Stande der Forschung 8% hereditäre Belastung annimmt. Wenn man be¬ denkt, daß bei den Schizophrenien dieser Belastungsprozent nicht über 4% angesetzt wird, so darf man nicht behaupten, dieser niedrige Prozentsatz von 8% für Perniziosa spreche gegen Heredopathie. Heredopatliien des Nervensystems. 1. Hereditärer Tremor. 2. Kaumuskelzittern, dominant bei über 100 Verwandten (Frey), 3. Hereditäre Migräne. 4. Familiäre periodische Extremitätenlähmung. 5. Familiäre rezidivierende Fazialislähmung (-)- Arthritis + angio- neurotisches Gesichtsödem + Lingua plicata [Rosenthal]). 6. Familiäre Trophoneurose der Extremitäten (Weitz). 7. Vegetative Stigmatisation des viszeralen Nervensystems mit großen Manifestationsschwankungen. 8. Neurosen aller Art, sehr häufig auf konstitutioneller familiärer Grundlage. 9. Rentenneurosen (bis 74% familiäre Belastung mit psychischen und neurotischen Anomalien [Wagner]). 10. Geisteskrankheiten, besonders Schizophrenie und manisch-depres¬ sives Irresein (familiär nach Schwere und Häufigkeit verschieden), so besonders Wagner- Jattregg.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b18032527_0071.JP2/full/800%2C/0/default.jpg)