Volume 1
Handatlas der Anatomie des Menschen / mit Unterstützung von Wilhelm His ; bearbeitet von Werner Spalteholz.
- Werner Spalteholz
- Date:
- 1922
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Credit: Handatlas der Anatomie des Menschen / mit Unterstützung von Wilhelm His ; bearbeitet von Werner Spalteholz. Source: Wellcome Collection.
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![Articulatio genus (Fortsetzung) (s. auch Figg. 311—316, 318 u. 319). Die capsula articularis (s. auch Figg. 318 u. 319) überzieht vorn dicht über der Kniescheibe die Rückfläche der gemeinsamen Sehne des m. quadriceps femoris und gellt am Rande der patella auf diese über, so daß die ganze facies articularis patellae in die Gelenkhöhle sieht. Von dort läuft die Kapsel als lockere, durch reichliches Fettgewebe vom ligamentum patellae und von den sich anschließenden Teilen der retinacula patellae getrennte Membran zum oberen Rande der beiden menisci und zum unteren Ansatz des ligamentum cruciatum anterius. Dann hüllt sie die beiden ligamenta cruciata genus in eine gemeinsame Scheide ein und geht am hinteren Rande des ligamentum cruciatum posterius in die Rückwand über. Vom medialen und lateralen Rande der facies articularis patellae aus erheben sich zwei ansehnliche, fetthaltige und häufig mit Synovialzotten besetzte Synovialfalten, plicae alares, welche nach unten zu konvergieren. Am Vereinigungswinkel derselben entspringt eine sehr variable, einfache, größere, oft fetthaltige Falte, die plica synovialis patellaris, welche in sagittaler Richtung frei durch die Gelenkhöhle rückwärts zieht und sich am untersten Rande der fossa intercondyloidea femoris anheftet; sie ist der vordere Rand einer beim Fetus vorhandenen großen, die ligamenta cruciata einhüllenden sagit- talen Falte der Synovialhaut, welche sich von der hinteren Kapselwand aus ohne Unter- brechung bis zur Spitze der Kniescheibe erstreckt, und welche die Gelenkhöhle von hinten her in zwei den beiden Gelenkknorrenpaaren des femur und der tibia entsprechende, vor der Falte zusammenhängende Kammern teilt. Dieser fetale Zustand kann vollständig oder teilweise erhalten bleiben; gewöhnlich aber ist der hintere Teil der Falte, welcher die ligamenta cruciata enthält, von dem vordersten Teil, der plica synovialis patellaris, durch eine Lücke getrennt. Die Gelenkhöhle setzt sich beim Erwachsenen oben in den meisten Fällen unmittelbar in die bursa [mucosa] suprapatellaris fort. Dieser große Schleimbeutel liegt zwischen der vorderen, wenig von Fett bedeckten Fläche des unteren Femurendes und zwischen der hinteren Fläche der gemeinsamen Sehne des m. quadriceps femoris (s. Figg. 318 u. 319), ist mit der letzteren innig verwachsen und gegen die Gelenkhöhle gewöhnlich nur unvoll- ständig und undeutlich durch eine vorspringende Falte abgegrenzt (s. Fig. 319). Beim Fetus ist der Schleimbeutel vollständig abgeschlossen, so daß keinerlei Verbindung zwischen den beiden Höhlen besteht, und erstreckt sich von oben her verschieden weit vor der Gelenkkapsel nach abwärts; dieser Zustand kann beim Erwachsenen erhalten bleiben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2982171x_0001_0243.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


